Kipptischuntersuchung – Methode und Ablauf

Eine Kipptischuntersuchung ist eine Untersuchung, bei der die Anpassung des Blutdrucks in verschiedenen Lagen getestet wird. So kann der Arzt sehen, ob der Blutdruck des Patienten anpassungsfähig ist. Wenn ein Patient öfter und plötzlich bewusstlos wird, kann das eine Ursache sein, dass der Blutdruckausgleich nicht passt.

Wann wird eine Kipptischuntersuchung gemacht?

Diese Untersuchung wird der Arzt empfehlen, wenn der Patient bereits mit anderen Methoden untersucht wurde. Diese sind unter anderem Langzeit – EKG (der Patient ist 24 Stunden an ein EKG angeschlossen), oder eine Blutdruckmessung die ebenfalls über 24 Stunden ging. Wenn diese kein schlüssiges Ergebnis ergaben, wird der Arzt zu einer Kipptischuntersuchung raten.

Wenn der Patient bereits einmal eine Untersuchung dieser Art hatte und medikamentös eingestellt wurde, dient die Kipptischuntersuchung zur Kontrolle, wie er auf die Medikamente anspricht. Der Arzt wird vor der Untersuchung den Patienten nach seinen Beschwerden befragen. Eine weitere Frage des Arztes wird sein, wann (bei welcher Gelegenheit) die kurzfristige Bewusstlosigkeit auftritt. Er wird dem Patienten genau erklären, wie die Untersuchung abläuft. So nimmt er dem Patienten die Angst davor.

Vor der Untersuchung darf der Patient ungefähr 4 Stunden vorher nichts essen. Um ihm die Untersuchung so angenehm wie möglich zu machen, sollte der Untersuchungsraum angenehm warm sein. Der Patient soll sich so gut es nur möglich ist entspannen können. Der Patient muss sich auf eine Art Tisch legen. Vorher wird der Tisch aufgerichtet und der Patient stellt sich auf das Fußende, wo eine Plattform ist. Dieser kann gekippt werden, daher kommt der Name Kipptisch. Danach bekommt er ein EKG (Elektrokardiogramm) und ein Blutdruckmessgerät angeschlossen.

Der Patient wird festgeschnallt, da der Tisch im Rahmen der Untersuchung gedreht und gekippt wird. Der erste Teil der Untersuchung besteht darin, dass der Patient auf dem Tisch stehen bleibt und dabei die Werte kontrolliert werden. Das dauert ungefähr 30 Minuten. Danach wird der Tisch um 60 Grad gekippt und weiterhin die Blutdruck- und Herzwerte des Patienten kontrolliert. Wieder bleibt er 30 Minuten in der Position, bis er wieder aufgerichtet wird, also, bis er auf seinen Beinen steht.

Da werden noch ungefähr 10 Minuten die Werte kontrolliert. Danach ist die Untersuchung fertig und der Patient kann von dem Tisch runter gehen. Während der Untersuchung ist ein Arzt anwesend, denn durch die Verlagerung des Patienten könnte es zu Herz – Kreislaufproblemen kommen. Wenn der Patient öfters unter kurz andauernder Bewusstlosigkeit leidet, kann der Arzt ihm ein Medikament verabreichen, das diese Bewusstlosigkeit während der Untersuchung hervorruft. So kann der Arzt genauer feststellen, woher diese Symptome kommen.

Wann sollte die Kipptischuntersuchung abgebrochen werden?

Die Kipptischuntersuchung ist ungefährlich, weil der Patient weder Kontrastmittel bekommt, noch irgendeiner Strahlung ausgesetzt ist. Allerdings gibt es Gründe, eine Untersuchung abzubrechen. Wenn ein Patient während der Untersuchung kurz bewusstlos wird, ihm schwindlig und / oder übel wird, wenn der Blutdruck extrem fällt (unter 80 mmHg) oder, wenn die Herzfrequenz stark abfällt, (unter 40 Schläge pro Minute) wird der untersuchende Arzt die Untersuchung sofort abbrechen und den Patienten stabilisieren.

Sollte der Patient Medikamente bekommen haben, können diese in den seltensten Fällen allergische Reaktionen auslösen. Für den Patienten ist diese Untersuchung ein wenig unangenehm, da er doch in verschiedene Lagen kommt. Er kann auch das Gefühl verspüren, vom Tisch zu fallen. Diese Angst ist unbegründet, da er ja festgeschnallt ist. Darum ist es auch wichtig, dass der Arzt ihm vor der Untersuchung diese Angst nimmt.

Fernarzt

Mit der Kipptischuntersuchung kann sehr gut die Ursache für die kurzzeitige Bewusstlosigkeit gefunden werden. Der Arzt bespricht mit dem Patienten das Ergebnis der Untersuchung und stellt Medikamente oder weitere Therapien, für die Behandlung zusammen. In weiterer Folge wird der Patient noch mal so eine Untersuchung machen müssen, damit der Arzt den Verlauf der Behandlung feststellen kann und bei Bedarf die Medikamentendosis erhöhen / verringern oder die Therapieart ändern kann.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Untersuchung, wenn der Patient über Beschwerden klagt, die eine Kipptischuntersuchung notwendig machen. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung ist eine solche Untersuchung nicht vorgesehen.

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Autor: Heilpraktiker Felix Teske