H2-Atemtest – Untersuchungen beim Pneumologen

Bei einem Atem-Test kann man bestimmte Störungen in der Funktion des Magens und Dünndarms erkennen, denn beim Ausatmen scheidet man viele Stoffe aus dem Organismus aus. Im Magen-Darm-Trakt werden Substanzen von vorhandenen Bakterien gespalten.

Dadurch entstehen Produkte die in den Kreislauf des Blutes gelangen und von da aus erreichen sie die Lunge. In der Lunge werden diese abgeatmet und aus diesem Grund, sind sie dann auch messbar. Zwei Test gibt es, die man nutzen kann.

Einmal den 13C-Atemtest, hierbei wird die Kohlendioxid-Konzentration gemessen, welches bei der Harnstoffspaltung entsteht. Markiert ist der Harnstoff mit C13 und wird oral aufgenommen. Im Magen wird dieser durch ein Enzym gespalten und im Anschluss resorbiert. So gelangt dieser in den Organismus. Nun wird der Kohlendioxidanstieg der Ausatemluft gemessen.

Dann gibt es noch den H2-Atemtest. Hierbei misst man die Konzentration von Wasserstoff, ein Produkt der Kohlenhydrat-Spaltung im Darm. Es wird eine Testsubstanz verabreicht, je nachdem welche Funktionsuntersuchung stattfinden soll. Diese Substanz besteht auch einen bestimmten Zucker. Laktose, Glukose, Xylose, Saccharose, Laktulose oder Fruktose werden sind dabei möglich.

Wie und wo wird der H2-Atemtest durchgeführt

Atemtests sind sicher und belasten den Patienten nicht, man führt sie auch bei Kindern durch. Die H2-Atemtests sind sehr präzise. Der Patient muss eine aktive Mitarbeit leisten, damit der Test eine genaue Aussage geben kann. Der Patient muss am Vortag genau auf seine Ernährung achten und außerdem bei der Untersuchung verlässlich und ausdauernd mitmachen. Mit dem 13C-Atemtest lassen sich überwiegend Störungen im Magenbereich erkennen. Man nutzt ihn auch bei einer Kontrolle der Therapie bei Infektionen mit Helicobacter pylori und bei der Diagnostik von Kindern. Mit dem 13C-Acetat-Atemtest überprüft man Störungen der Entleerung des Magens sowie die Wirkung von einigen Arzneimitteln, die die Beweglichkeit des Magens fördern.

Mit dem H2-Atemtest kann man Störungen in der Verdauung von bestimmten Bestandteilen in der Nahrung im Dünndarm messen und außerdem weist man die bakterielle Fehlbesiedelung damit nach. Auch kann man messen, wie viel Zeit vergeht, um dass der Nahrungsbrei den Dünndarm passiert. Diese Untersuchungen kommen meist bei Menschen mit Störungen in der Verdauung vor, beispielsweise bei Übelkeit, Blähungen und Durchfall.

Den Laktose-H2-Atemtest führt man bei unklaren Blähungen oder Durchfall durch, hauptsächlich aber bei einem Bedenken auf Laktose-Intoleranz. Im Dünndarm fehlt hierbei ein Enzym, welches die Laktose spaltet. Deswegen ist diese nicht aufnehmbar, sondern gelangt in den Dickdarm und dort erfolgt ihre Zersetzung durch die Darmbakterien. Die Folge können Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall sein. Von dieser Störung sind 10-15 Prozent Personen in Westeuropa betroffen. Man kann diese Störung mit einer laktosearmen Nahrung bessern.

Den Fruktose-H2-Atemtest führt man bei unklaren Blähungen, Durchfällen, Völlegefühl, Übelkeit, Luft im Bauch und bei anderen diffusen Bauchbeschwerden durch, speziell bei einer Befürchtung auf Fruktose-Intoleranz. Fruktose ist ein Bestandteil, der oft in unserer Nahrung vorkommt, beispielsweise im Haushaltszucker, Honig und Obst. Bei einigen Personen ist die Aufnahme aus dem Dünndarm vermindert, da der Transportmechanismus schlecht funktioniert. Ähnlich der Laktulose-Intoleranz dringt die Fruktose in den Dickdarm ein und das führt zu Problemen. Ebenfalls kann hier eine hinreichende Diät helfen.

Der Saccharose-H2-Atemtest ist eine Ergänzung zu dem Laktose-Test. Ist dieser dicht an der Grenze ausgefallen oder es besteht Bedenken, dass nicht nur die Laktose-Verdauung, sondern auch die aller Doppeltzucker behindert ist.

Fernarzt

Den Glukose-H2-Atemtest führt man bei Personen mit einer bakteriellen Fehlbesiedelung durch. Üblicherweise wird Glukose im Dünndarm komplett aufgenommen, haben sich allerdings Bakterien dort niedergelassen, wird ein Teil der Glukose in Wasserstoff umgewandelt. Dieses kann man im Test messen. Zu den Beschwerden hierbei gehören Durchfall, Blähsucht und Völlegefühl. Der Xylose-H2-Atemtest ist mit dem Laktose-Test vergleichbar. Mit diesem Test kann man verdächtig krankhafte Werte bei Störungen der Resorption im oberen Magen-Darm-Trakt aufzeigen.

Wann und bei wem sich ein H2-Atemtest empfiehlt

Laktulose-H2-Atemtest ist bei Personen nötig, wenn deren H2-Tests keine deutliche Aussage treffen konnten. Laktulose wird nicht resorbiert und wandert immer in den Dickdarm, auch bei gesunden Personen. Dort wird sie von Bakterien zu Wasserstoff zersetzt. Bei ca. 10 Prozent der Allgemeinheit wird von der Darmflora kein Wasserstoff produziert. Mit diesem Test kann man auch die Zeit der Passage durch den Dünndarm bestimmen. Damit die H2-Atemtests durchgeführt werden können, muss der zu Untersuchende nüchtern sein. Am Angang wird zuerst ein Leer-Wert ermittelt. Dann muss der Patient 200 ml Flüssigkeit mit Testzucker zu sich nehmen. Daraufhin wird alle 10 min eine Probe des Atems genommen, über 3-4 Stunden hinweg. In dieser Probe misst man dann die Konzentration des Wasserstoffs.

Autor: Heilpraktiker Felix Teske

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