Was sind Doppelblindstudien mit Medikamenten?

Eine Doppelblindstudie ist eine Studie in der Regel mit Medikamenten bei der ein Teil der Patienten ein wirksames Medikament gegeben wird, dem anderen Teil ein wirkungsloses (Placebo).

Bei der Doppelblindstudie wissen weder Arzt noch Patient, welche Patienten das wirksame Medikament bekommt. Nur das Labor, das diese Studie auswertet, weiß Bescheid, welche Probandengruppe das wirkungsvolle Präparat eingenommen hat. Das hat den Sinn um die tatsächliche Wirksamkeit eines Medikamentes zu testen, denn viele Patienten glauben an die Wirkung und fühlen sich so besser, obwohl sie ein wirkungsloses Mittel bekommen haben. Im Gegensatz dazu gibt es die Einfachblindstufe. Hier weiß der Arzt Bescheid, welches Medikament der Proband bekommt. Bei der Dreifachblindstudie wissen weder Arzt, Patient oder das auswertende Labor, wer Placebos bekommen hat.

Die Psyche des Menschen spielt bei der Medikamentengabe eine große Rolle. Viele Patienten glauben fest an die Wirkung eines Medikaments und fühlen sich dadurch besser. Andere wiederum sind im Vorfeld schon negativ eingestellt, und glauben nicht an die Wirkung eines Medikamentes. Um sich hier ein subjektives Bild machen zu können, wird die Doppelblindstufe durchgeführt.

Die Geschichte der Doppelblindstudie

Placebos, also Medikamente ohne Wirkung wurden im 17. Jahrhundert das erste Mal eingesetzt. Der erste Test von Placebos wurde von Thomas Sydenham durchgeführt. Er testete, ob man mit Chinin Malaria heilen kann. Seitdem steht fest, dass Chinin kein Placebo ist. Im Jahre 1747 setzte der Schiffsarzt James Lind das erste Mal eine Kontrollmedikation ein. Dabei testete er an zwei Skorbutkranken (Vitamin C Mangel) wie Orangensaft und Zitronensaft auf den Erkrankten wirkten. Ein Patient bekam den Zitrusfruchtsaft, der andere bekam Seewasser zu trinken. Da wurde festgestellt, dass der Orangensaft oder Zitronensaft eine Besserung der Krankheit bewirkt.

Durchführung der Doppelblindstudie

Bevor ein Proband für die Studie zugelassen wird, muss er einige Auswahlkriterien erfüllen. Dazu wird er gründlich untersucht. Gewisse Personen dürfen aus gesundheitlichen Gründen nicht daran teilnehmen. Das wäre zum Beispiel, wenn das Leben des Probanden in Gefahr geraten würde. Es werden zwei Patientengruppen ausgewählt, die an der gleichen Krankheit leiden. Dafür müssen die Patienten einen Aufklärungsbogen unterschreiben. Sie werden dabei aufmerksam gemacht, dass sie zufällig für die Placebos ausgewählt werden könnten. Außerdem werden sie über die möglichen Nebenwirkungen des Medikaments aufgeklärt.

Es wissen weder die Ärzte, die die Medikamente verabreichen, noch die Patienten welches ein wirksames Medikament ist und welches wirkungslos ist. Daher kommt der Name Doppelblindstudie. Um die Doppelblindstudie durchführen zu können, ist es wichtig, dass die Medikamente gleich aussehen und gleich schmecken. So kann weder der Arzt noch der Patient erkennen, welches er jetzt bekommt. Nur das Labor weiß Bescheid.

Während der Studie werden die Patientengruppen gleich betreut und untersucht. Sie werden befragt, wie sie sich fühlen und ob sie Besserung verspüren. Diese Werte werden in ein Datenblatt eingetragen. Während der ganzen Zeit der Studie werden beide Patientengruppen gleich medizinisch betreut. Sollte bei einem Probanden eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt werden, so wird der Versuch sofort abgebrochen. Es besteht daher keine Gefahr, dass der Patient der an der Studie teilnimmt, ernsthaften gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt ist.

Fernarzt

Nach der Studie werden die Ergebnisse ausgewertet und festgestellt, welche der Personengruppe tatsächlich auf das Medikament positiv reagiert. Es wäre auch möglich, die Placebos mit Mitteln zu versehen, die Nebenwirkungen auslösen. Das wird aber aus ethischen Gründen kaum gemacht. Nicht nur mit Medikamenten wird die Doppelblindstufe durchgeführt, sondern auch im Bereich der Akupunktur. Hier ist es so, dass es spezielle Nadeln gibt, die nicht in die Haut stechen. Dabei fährt die Nadel in eine Hülle zurück und entwickelt so keine Wirkung. Die Wirkung von homöopathischen Mitteln ist oft umstritten. Daher werden auch in diesem Bereich Doppelstufenstudien gemacht. So kann man die tatsächliche Wirkung dieser Medikamente feststellen. Da gewisse Pharmaunternehmen Interesse daran haben, wie ein Medikament wirkt, ist die Studie für die Probanden kostenlos. Die Kosten, die dabei entstehen, werden meist von Sponsoren übernommen. Manchmal bekommen die Probanden auch eine Aufwandsentschädigung bezahlt. Das ist jedoch unterschiedlich, und der Patient soll sich im Vorfeld danach erkundigen.

Autor: Heilpraktiker Felix Teske

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