Differential Blutbild – Zählung der Leukozyten

Was ist ein Differential Blutbild? Bei einem Differential Blutbild werden die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) abgezählt. Es heißt darum Differential Blutbild, weil die verschiedenen Arten der Leukozyten differenziert untersucht werden.

Diese Ergebnisse liefern ein Gesamtbild über den Gesundheitszustand des Patienten. Dabei werden die Blutzellen gefärbt, damit man sie besser unterscheiden kann. Diese Methode des Einfärbens wird panoptische Färbung nach Pappenheim genannt. Mit einem Mikroskop wird die gefärbte Blutprobe untersucht und dabei die weißen Blutkörperchen abgezählt. Die weißen Blutkörperchen sind wichtig für das Immunsystem. Um sich ein Bild über die Erkrankung zu machen, wird der Arzt eine solche Art des Blutbildes anordnen. Das Differentialblutbild und das kleine Blutbild zusammen ergibt das große Blutbild. Es gibt verschiedene Arten von weißen Blutkörperchen, die auch verschiedene Funktionen übernehmen. Je nachdem, welche Werte erhöht sind, kann der Arzt daraus Rückschlüsse auf Krankheiten ziehen. Darum gehört ein Blutbild zu jeder Routineuntersuchung beim Arzt.

Wie wird ein differential Blutbild gemacht?

Bei Erwachsenen nimmt der Arzt eine Blutprobe aus der Fingerkuppe, bei Neugeborenen erfolgt dies an der Ferse. Bei Patienten, deren Finger kalt sind, kann es für den Arzt schwieriger werden, ein paar Tropfen Blut zu bekommen. Für das Blutbild wird nur ganz wenig Blut gebraucht. Nach der Blutentnahme werden die Blutblättchen eingefärbt und unter dem Mikroskop untersucht.

Je nachdem wie viele und welche Blutkörperchen erhöht sind, so lässt das auf einige Krankheitsbilder schließen. Vor der Blutentnahme sollte der Arzt über Medikamenteneinnahmen informiert werden, da manche Medikamente das Blutbild verfälschen. Je nach Alter schwanken die Normwerte für die Blutwerte.

Granulozyten

Granulozyten sind für die Immunabwehr zuständig. Sie bekämpfen Bakterien, Viren und Pilze. Sind die Granulozyten erhöht, so ist das ein Anzeichen für akute Infektionskrankheiten, Vergiftungen, Allergien oder Leukämie. Eine verminderte Granulozytenanzahl deutet auf eine beginnende Infektionskrankheit hin, aber auch auf eine Schädigung des Knochenmarks. Einige Medikamente können ebenfalls die Ursache dafür sein, dass die Zahl der Granulozyten vermindert ist.

Monozyten

Monozyten sind Fresszellen und sind für die Immunabwehr wichtig. Sie verdauen Erreger und durch die ausgeschiedenen Botenstoffe aktivieren sie zusätzlich das Immunsystem. Wenn die Monozyten im Blut erhöht sind, so deutet das auf verschiedene Erkrankungen hin. Diese sind pfeiffersches Drüsenfieber, Tuberkulose, Malaria, Lues (Syphillis), Entzündungen im Darmbereich oder Krebs hin.

Lymphozyten

Die dritte Unterart der weißen Blutkörperchen sind die Lymphozyten. Hier gibt es zwei Arten, die für verschiedene Aufgaben im Körper zuständig sind. Die B-Lymphozyten bilden die Antikörper. Die T-Lymphozyten regeln mit Botenstoffen den Informationsaustausch zwischen den Zellen des Immunsystems. Eine erhöhte Anzahl von Lymphozyten kann bedeuten, dass der Patient an Leukämie leidet. Auch bei Infektionskrankheiten, die beim Abheilen sind, können diese Werte noch erhöht sein. Dann wird nach dem Abklingen der Infektion noch einmal ein Blutbild angefertigt, um sicher zu gehen, dass es keine anderen Gründe für eine erhöhte Lymphozytenzahl vorliegen. Eine Virusinfektion kann ebenso die Ursache dafür sein, dass die Lymphozyten im Blut erhöht sind. Bakterielle Erkrankungen, dazugehören Tuberkulose oder Brucellose, erhöhen diese Werte.

Fernarzt

Verminderte Lymphozyten weisen auf Probleme im lymphatischen System hin. Das kann durch Strahlung, Vergiftung, Aids – Virus oder Nebenwirkungen durch Medikamenteneinnahme sein. Wenn dem Arzt die Blutwerte vorliegen, bespricht er mit dem Patienten den Befund. Sollten Auffälligkeiten sein, so wird er zu weiteren Untersuchungen raten, um den Befund genauer abzuklären. Möglicherweise wird der Arzt dem Patienten raten, das Blutbild ein paar Tage später zu wiederholen. Die Blutabnahme ist risikolos und beinahe schmerzlos. Der Patient wird nur kurz in den Finger gepiekst. Das ist nicht schmerzhafter, als wenn man sich mit einer Nadel sticht. Infektionen kommen beinahe nie vor, da die Einstichstelle vor der Blutabnahme desinfiziert wird. In seltenen Fällen schmerzt die Einstichstelle ein wenig, das geht allerdings bald vorbei.

Bezahlen die Kassen die Kosten für das Blutbild?

Ein Blutbild gehört zu jeder Routineuntersuchung beim Arzt. Daher bezahlen die Kassen die Kosten für das Blutbild. Bei der Vorsorgeuntersuchung ist ebenfalls eine Blutuntersuchung vorgesehen. Wenn der Patient bereits wegen einer Krankheit in Behandlung ist, die eine regelmäßige Blutuntersuchung notwendig macht, so bezahlen die Kassen auch diese Kontrolluntersuchungen.

Autor: Heilpraktiker Felix Teske