West-Nil-Fieber

Beim West-Nil-Fieber handelt es sich um eine nicht allzu schwer verlaufende Virusinfektion, die von Stechmücken übertragen wird. Die Krankheit kann epidemieartig auftreten.

Betroffen sind vor allem der Nahe Osten, Südeuropa, Russland, Indien, Afrika und Indonesien. Allerdings traten erstmals im Jahr 1999 in den USA auch Fälle vom West-Nil-Fieber auf.

Seither kommt es in immer mehr Staaten der USA zu Erkrankungen. Für das Virus dienen Vögel als Zwischenwirte. Für die Übertragung kommen verschiedene Stechmückenarten in Frage. Eine Übertragung durch Organtransplantationen und Bluttransfusionen ist ebenfalls möglich. Tote Vögel sind häufig ein erstes Anzeichen für das Auftreten von West-Nil-Fieber.

Ursache des West-Nil-Fieber

Verursacht wird das West-Nil-Fieber durch so genannte Flaviviren. Das West-Nil-Virus wurde erstmals im Jahr 1937 in Uganda nachgewiesen. Die Übertragung erfolgt durch den Stich verschiedener Stechmückenarten, wobei Mücken, die sich sowohl mit dem Blut von Vögeln, als auch mit dem von Menschen ernähren im Vordergrund stehen. Stechmücken die nur Menschen stechen, können die Krankheit nicht verbreiten.

Einen weiteren Übertragungsweg bilden Organtransplantationen und Bluttransfusionen. Es ist auch möglich, dass infizierte Mütter ihre Babys mit dem Virus infizieren. Der Erreger ist keineswegs einer, der sich auf ländliche Gegenden beschränkt. Auch in Großstädten finden die Mücken hervorragende Möglichkeiten für ihre Brut.

Die Inkubationszeit beträgt im Mittel drei bis sechs Tage, aber mindestens 2, höchstens bis zu 15 Tage. Die meisten Infektionen mit dem West-Nil-Virus verlaufen ohne jegliche Symptomatik. Treten jedoch Symptome auf, sind diese denen einer Grippe nicht unähnlich. Fieber, Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen, in einigen Fällen können auch Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Leichte Schwellungen der Lymphknoten sind in solchen Fällen ebenfalls möglich.

Die Erkrankung kann binnen drei bis fünf Tagen vollständig ausheilen, auch ohne Therapie. In anderen Fällen tritt nach etwa drei Tagen ein Hautausschlag auf. Auch dies ist an sich kein Grund zur Sorge, denn auch der Ausschlag verschwindet nach kurzer Zeit.

Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem (Organtransplantierte, AIDS-Patienten, Krebspatienten), sowie bei Kindern und älteren Menschen kann das West-Nil-Fieber jedoch einen schweren Verlauf, mit Entzündung des Gehirns nehmen. Entzündungen der Hirnhäute, sowie des Herzmuskels sind ebenfalls mögliche Komplikationen. Diese Komplikationen können den Tod des Patienten verursachen.

Diagnose und Therapie beim West-Nil-Fieber

Für die Diagnose ist der Nachweis des Erregers notwendig. Hierfür wird das Blut labortechnisch untersucht. Blutentnahme, Transport und Untersuchung der Blutprobe müssen schnell erfolgen, damit ein Erregernachweis überhaupt möglich ist. Insbesondere im Urlaubsland kann dies zu Problemen führen. Bestimmte serologische Methoden machen einen Antikörpernachweis möglich.

Eine spezielle Therapie steht nicht zur Verfügung, wird in den meisten Fällen jedoch auch nicht benötigt. Die Therapie besteht aus pflegerischen Maßnahmen und der Linderung der Beschwerden. Den Patienten werden Fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente verabreicht. Bettruhe für die nächsten drei bis fünf Tage wird empfohlen. Ein Krankenhausaufenthalt ist nur notwendig, wenn das West-Nil-Fieber einen schweren Verlauf ankündigt. Sind Kinder, ältere Menschen, oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem erkrankt, so ist eine stationäre Unterbringung in einem Krankenhaus durchaus sinnvoll, um bei eventuell auftretenden Komplikationen sofort eingreifen zu können.

Fernarzt

In der Regel verläuft das West-Nil-Fieber mild und ohne Komplikationen. Nach etwa drei bis fünf Tagen heilt die Krankheit vollständig aus, auch ohne Behandlung. Die Prognose ist also im Allgemeinen als gut zu betrachten. Selbstverständlich hängt die Schwere der Erkrankung vom jeweiligen Patienten ab.

Eine große Rolle spielen dabei die persönliche Gesundheit der Patienten, die Stärke des Immunsystems und natürlich auch das Alter. Zu Komplikationen kommt es eigentlich nur sehr selten. Wenn Komplikationen auftreten, dann handelt es sich dabei meist um Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute und des Herzmuskels. Bleibt in solchen Fällen eine weitere Behandlung aus, kann die Erkrankung zum Tode führen. Unter Therapie stehende Patienten haben gute Chancen, die Krankheit auch nach dem Auftreten von Komplikationen gut zu überstehen.

Eine Schutzimpfung gegen das West-Nil-Fieber gibt es derzeit noch nicht. Reisende können sich jedoch durch guten und konsequenten Mückenabwehr selbst vor einer Infektion schützen. Tragen Sie ganztägig helle, lange Kleidung, tragen Sie auf frei liegende Hautstellen großzügig Repellentien auf. Diese Prozedur sollten Sie etwa alle 2-3 Stunden wiederholen, um die Wirkung der Mittel zu gewährleisten. In Schlafräumen sollten Sie auf die Benutzung von Moskitonetzen auf keinen Fall verzichten.

Quell: Hajnalka Prohaska