Vibrio Infektionen

Vibrio Infektionen können weltweit auftreten. Verursacht werden die Infektionen von Bakterien der Gattung Vibrio. Auch der Cholera-Erreger Vibrio cholerae zählt zu den Vibrionen. Es gibt unterschiedliche Vibrio-Arten, darunter Vibrio vulnificus, Vibrio parahaemolyticus, Vibrio hollisae, Vibrio alginolyticus und Vibrio fluvialis.

Diese Vibrio Arten kommen in Salz- und Süßgewässern, sowie im Brackwasser vor. Bei einer Temperatur von 20°C scheinen sich die Erreger besonders wohl zu fühlen, denn bei dieser Temperatur kann man die höchste Vermehrungsrate feststellen. Küstennahe Binnengewässer sind besonders stark betroffen.

Auch in Deutschland konnte ein Vibrio-Vorkommen bereits registriert werden und zwar in der Ostsee. Eine Infektion mit Vibrionen kann bei den Betroffenen unterschiedliche Krankheiten auslösen. Es sind auch einige Todesfälle bekannt als Folge einer Vibrio-Infektion.

Ursache der Vibrio Infektionen sind Bakterien

Mit Vibrionen können sich die Menschen auf unterschiedlichen Wegen infizieren, die häufigste Übertragungsart ist jedoch der Verzehr von kontaminiertem Trinkwasser und Lebensmittel. Auch Meerestiere können von Vibrionen befallen sein. Durch den Verzehr infizierter Meerestiere ist eine Ansteckung auch durchaus möglich.

Besonders anfällig gegenüber Vibrionen sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit einem insgesamt geschwächten Immunsystem. Meist verursachen die Vibrionen Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, aber es können auch Ohrenentzündungen, Blutvergiftungen, Nervenschäden und schwerwiegende Wundinfektionen auftreten. Allgemein gilt bei Vibrio-Infektionen, je eher eine medizinische Therapie beginnt, umso besser liegen die Chancen, dass die Krankheit vollständig und ohne Folgen ausheilt.

Binnen weniger Stunden nach einer Vibrio-Infektion treten die ersten Symptome auf, die je nach Erreger unterschiedlich sein können. Schon nach kurzer Zeit (einige Stunden) können Entzündungserscheinungen im Magen-Darm-Trakt auftreten. Hier spricht der Arzt von Gastroenteritis.

Infizierte Schalentiere (Muscheln, Krebse, Austern) können insbesondere in Fischereibetrieben zu Verletzungen der Haut führen. Auch hier ist das Infektionsrisiko sehr hoch. Die Erreger gelangen so in die Blutbahn und können unter anderem eine Blutvergiftung verursachen. Zudem können die Wunden – auch kleinste Wunden – mit dem Erreger so stark infiziert werden, dass hier nicht selten eine Amputation der betroffenen Gliedmaßen erforderlich sein kann.

Bei einer Blutvergiftung besteht das Risiko, dass durch die Infektion mehrere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden können. Ist dies der Fall, kann ein Multiorganversagen den Tod nach sich ziehen. Kleinste Verletzungen am Körper können als Eintrittspforte für die Bakterien dienen. Hier besteht die Gefahr einer Infektion auch beim Baden im Meer, oder See, durch Waten etc. Hier sind die ersten Symptome meist Wundinfektionen, mit deutlicher Rötung und eventuell Schmerzen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können sich im Körper in den Organen Eiterherde bilden, die unter Umständen eine Sepsis verursachen können.

Diagnose und Therapie von Vibrio Infektionen

Für die Diagnose sind das Beschwerdebild, sowie die Erhebung der Krankengeschichte von großer Bedeutung. Zudem können die Bakterien im Wundmaterial, oder im Blut nachgewiesen werden. Einige der Erreger können auch mit dem Stuhl ausgeschieden werden, so, dass diese in einer Stuhlprobe zu finden sind.

Eiterherde können durch bildgebende Diagnostik lokalisiert werden. Eine Therapie sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Spezielle Antibiotika stehen hierfür den Ärzten zur Verfügung. In Deutschland sind zwar Vibrio-Infektionen relativ selten, es ist jedoch möglich, sich in einem anderen Land zu infizieren und die Erreger nach Deutschland einzuschleppen. Ohne Behandlung können Vibrio-Infektionen auch tödlich enden. Da eine Infektion sehr schwerwiegende Wundinfektionen hervorrufen kann, besteht die einzige Therapiemöglichkeit nicht selten in der sofortigen Amputation der betroffenen Gliedmaßen.

Bei sofort einsetzender Therapie ist die Prognose gut. Je länger man mit einer Behandlung wartet, umso schwerer der Verlauf. Da es gegen eine Vibrio-Infektion keine wirksame Schutzimpfung gibt, können sich Reisende nur durch Vorsichtsmaßnahmen schützen.

Bei Verletzungen am Körper – auch Hühneraugen zählen dazu! – sollte man auf das Baden im Meer verzichten. Meiden Sie den Kontakt zu Salz- und Brackwasser. Essen Sie nur gut durchgegarte Meerestiere, dies gilt insbesondere bei Schalentieren. Auch Menschen, die an Vorerkrankungen, wie Diabetes mellitus leiden, sowie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten den Kontakt mit Meerwasser ebenfalls meiden.

Quelle: Hajnalka Prohaska

Felix Teske