Melioidose

Die Melioidose ist insgesamt eine recht seltene, durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die vermehrt in Südostasien vorkommt. Malaysia, Thailand, Vietnam, Kambodscha und Indonesien sind besonderes gefährdet. Die Krankheit gilt als schwer verlaufend, mit Multiorganbeteiligung.

Die Erreger befinden sich im Erdreich, aber auch in Oberflächengewässer und Leitungswasser. Nagetiere, Reptilien und Vögel gelten als natürliche Reservoirs. Bestimmte Vorerkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus, Nierenschwäche, oder ein geschwächtes Immunsystem (nicht jedoch AIDS) gelten als begünstigende Faktoren für eine Infektion.

Um einer Infektion möglichst aus dem Weg gehen zu können, sollten Reisende in Ländern Südostasiens insbesondere Reisanbaugebiete meiden. Während der Regenzeit häufen sich die Infektionen. Die Trockenzeit gilt dagegen als risikoarm.

Ursachen der Melioidose

Melioidose wird vom Bakterium Burkholderia pseudomallei ausgelöst. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektion, durch direkten Kontakt mit kontaminierter Erde, oder Trinkwasser. Kleine Hautverletzungen dienen dabei als Eintrittspforte für die Keime. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr unwahrscheinlich und kann ausgeschlossen werden.

Die Sterblichkeitsrate liegt unbehandelt bei etwa 40%. Die Inkubationszeit wird mit ein bis 21 Tagen angegeben, wobei jedoch auch Inkubationszeiten bis zu mehreren Monaten möglich sind. Zunächst treten akute Beschwerden auf. Diese sind Fieber, abszedierende Bronchopneumonie mit Husten, Atemnot und Bluthusten. Binnen kurzer Zeit (einige Tage) erfolgt eine so genannte Aussaat der Bakterien im Körper. Die Folge sind Abszesse in verschiedenen Organen. Die Symptome müssen jedoch nicht zwingend auftreten. Einige Infektionen verlaufen völlig symptomlos, oder nur mit leichten Beschwerden.

Diagnose der Melioidose

Für die Diagnose ist eine kulturelle Anzüchtung des Erregers notwendig. Diese wird in Speziallabors durchgeführt. Ein Nachweis von spezifischen Antikörpern ist zwar möglich, bei einer akuten Infektion ist er jedoch nicht von Bedeutung. Die Krankengeschichte und das Beschwerdebild dienen dem Arzt bei der Diagnosestellung unterstützend. Informationen über kürzlich unternommenen Reisen nach Südostasien, oder Nordaustralien sollten dem Arzt nicht vorenthalten werden.

Therapie der Melioidose

Bei der Therapie kommen spezielle Antibiotika zum Einsatz, die meist intravenös verabreicht werden. Da die Erreger eine gewisse Resistenz gegenüber Antibiotika zeigen, kommt eine Kombination aus mehreren Antibiotika und Medikamenten in Frage. Die intravenöse Therapie dauert meist 14 Tage, anschließend erhalten die Patienten für weitere 5 bis 6 Monate eine orale Antibiotikaprophylaxe.  Auch mit Behandlung kann die Erkrankung tödlich enden. Insbesondere in Thailand gibt es Statistiken, die eine 50%-ige Letalität beziffern, trotz Therapie mit Antibiotika. Sind Organe an der Erkrankung beteiligt, kann eine Operation notwendig sein. Im Rahmen des chirurgischen Eingriffs werden geschädigte Organbereiche – sofern dies möglich ist – entfernt.

Fernarzt

Verlauf und Prognose der Melioidose – Vorbeugung durch Hygiene

Der Verlauf wird mitunter von der Stärke der Infektion bestimmt. Auch bei leichten Beschwerden sollte eine Behandlung erfolgen. Die Behandlung sollte in einer Klinik mit stationärem Aufenthalt erfolgen, um mögliche Komplikationen im Auge behalten zu können. Allgemein gilt die Erkrankung als schwer verlaufend. Schuld daran ist die so genannte Multiorganbeteiligung mit Abszessbildung. Besonders häufig sind Lungenabszesse, schwere Lungenentzündungen und Pleuraergüsse. Hier ist es besonders wichtig, dass die Erkrankung Tuberkulose ausgeschlossen werden kann.

Eine wirksame Schutzimpfung gegen diese insgesamt sehr seltene Erkrankung gibt es nicht. Eine Behandlung ist zwar möglich, auch, wenn sie sich relativ schwierig gestaltet. Grund dafür ist die Resistenz der Erreger gegenüber Antibiotika. Reisende können sich im Urlaubsland selbst vor einer Infektion schützen.

  • Besonders wichtig ist eine penible Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene.
  • Essen Sie nur durchgegarte Speisen.
  • Obst und Gemüse am besten nur geschält verzehren.
  • Ungewaschenes Obst und Gemüse sind tabu! Verzichten Sie auf Eiswürfel in Erfrischungsgetränken.
  • Trinken Sie kein Leitungswasser. Besser geeignet ist in Flaschen abgefülltes Mineralwasser.
  • Meiden Sie Reisanbaugebiete in den betroffenen Regionen, ebenso den Kontakt mit Erde.
  • Bei Aufenthalten im Freien kann es passieren, dass man stolpert, und dabei die Erde berührt. Sollten Sie gleich welchen Kontakt mit Erde gehabt haben, vermeiden Sie es die Hand zum Mund zu führen.

Quelle: Hajnalka Prohaska

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