Melanom – frühe Entdeckung wichtig

Ein malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) tritt als bösartiger Tumor vor allem an der Haut auf, selten auch auf Schleimhäuten, im Auge, an der Hirnhaut oder im Magen-Darm-Bereich. Die Heilungschancen sind umso besser, je früher ein Melanom erkannt und therapiert wird. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre eine Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung.

Risikofaktoren

Da eine UV-Strahlenbelastung das Erkrankungsrisiko erhöht, sollte die Haut dem Sonnenlicht nur maßvoll ausgesetzt werden. Zu einem sorgfältigen Sonnenschutz gehören lange Bekleidung sowie der Einsatz von Sonnencreme. Äußere Einflüsse wie Sonnenbrand im Kindesalter erhöhen das Melanom-Risiko deutlich. Eine stärker pigmentierte Haut sorgt hingegen für einen gewissen Schutz vor UV- Strahlen.
Studien haben nachgewiesen, dass eine hohe Anzahl an Muttermalen das Hautkrebsrisiko erhöht. Asymmetrische und unterschiedliche getönte Muttermale besitzen ebenso ein größeres Entartungsrisiko wie angeborene Muttermale ab einem Durchmesser von etwa 1,5 Zentimetern. Die Wahrscheinlichkeit, an Hautkrebs zu erkranken, steigt zudem, wenn auch im nahen Verwandtenkreis Melanom-Erkrankungen vorliegen.

Die Anzeichen eines Melanoms

Meist sind Melanome dunkel pigmentiert. Die seltenen nichtpigmentierten Melanome entwickeln sich meistens an Füßen oder Händen. Melanome verursachen nur selten Schmerzen, zuweilen aber Juckreiz. Hautirritationen (z. B. Rötungen im Randbereich eines Muttermals) können auf einen beginnenden Hautkrebs hindeuten. Ein fortgeschrittenes Melanom neigt zuweilen zu Blutungen. Sich verändernde oder neu auftretende Muttermale sollten ärztlich untersucht werden.

Einer ersten Diagnose dient die „ABCD-Regel“, nach der eine möglichweise bösartige Hautveränderung auf:

  • einen asymmetrischen Aufbau (A),
  • eine unregelmäßige Begrenzung (B),
  • ein unregelmäßiges Colorit (C)
  • und einen Durchmesser von mehr als sechs Zentimeter (D)

untersucht wird. Bei Vorhandensein mindestens eines dieser Kriterien sollte ein Arzt konsultiert werden, der auffällige Hautstellen regelmäßig mit einer speziellen Lupe näher untersucht, um die Pigmentstruktur besser beurteilen und von anderen Hauterkrankungen abgrenzen zu können. Mittels Ultraschallgerät wird die Tumordicke bestimmt.

Diagnose und Therapie

Die Prognose hängt maßgeblich davon ab, wie tief der Tumor schon in das Gewebe eingedrungen ist. Ab einer bestimmten – mit einem Ultraschallgerät ermittelten – Tumordicke wird untersucht, inwieweit das Melanom bereits benachbarte Lymphknoten befallen und Metastasen (Tochtergeschwülste) in anderen Körperregionen gebildet hat (Ausbreitungsdiagnostik). Dazu werden meistens Ultraschalluntersuchungen von Lymphknoten, Bauch und Becken sowie eine Röntgenuntersuchung der Lunge und ggf. eine Kernspin- oder Computertomografie durchgeführt.

Das Melanom sowie eventuelle Metastasen in anderen Organen werden nach Möglichkeit im Rahmen eines einzelnen Operationstermins beseitigt.

Der Sicherheitsabstand zwischen Schnittrand und Melanom beträgt bei Verdacht auf Bösartigkeit einen Zentimeter. Soweit das Melanom eine Dicke von einem Millimeter überschritten hat und keine Metastasen feststellbar waren, wird auch der dem Tumor nächstgelegene Lymphknoten („Wächterlymphkonten“) zu Kontrollzwecken und zwecks besserer Einschätzung der Krankheitsprognose entnommen. Bei Befall mit Krebszellen werden auch benachbarte Lymphknoten entfernt. Zusätzlich kann eine begleitende Immuntherapie mit Interferon-Alpha durchgeführt werden, um noch nicht nachweisbare Metastasen zu bekämpfen. Bei hoher Dosierung von Interferon können allerdings deutliche Nebenwirkungen auftreten, sodass Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen sind.

Bei Metastasen im Gehirn ist eine besonders gewebeschonende Strahlenbehandlung möglich. Kann das Melanom operativ nicht beseitigt werden, lässt sich eine Chemotherapie oder Chemoimmuntherapie durchführen. Im Anschluss an die Therapie stellen Nachsorgetermine sicher, dass ein Wiederauftreten der Erkrankung zeitnah erkannt wird.

Im Sommer, wenn die Bekleidung der Menschen spärlicher wird und eine Aufklärungskampagne den Einen oder Anderen von uns aufrüttelt, oder ein kleiner Fleck an der Haut verunsichert, dann ist die Bevölkerung für das Thema Hautkrebs sensibilisiert. In den Wintermonaten wird nicht über das Thema nachgedacht. Einige ziehen das Sonnenstudio vor, um ihrer winterlichen Blässe des Körpers entgegen zu wirken und setzen sich dort ungezügelt künstlicher Sonnenbestrahlung aus – ignorierend, dass sie damit die Bildung von Melanomen geradezu provozieren.

Melanome entstehen nicht sofort, sie wachsen mehrschrittig über Jahre. Es gibt verschiedene Arten von Hauttumoren, die in den Schritten ihrer Entstehung fast ähnlich sind, aber nicht komplett identisch. Der Auslöser eines Hautkrebses ist eine Störung des Genmaterials (Mutation) durch krebserregende Stoffe. Die durch Mutation veränderte bösartige Zellart setzt sich immer mehr durch und gewinnt schließlich die Oberhand über das gesunde Gewebe. Krebserregende Stoffe genannt Karzinogene, die das Entstehen maligner Turmore an der Haus begünstigen, sind Folgende: chemische und virale Karzinogene, UV-Licht und Röntgenstrahlen. Zu den chemischen Karzinogenen gehören Arsen, polyzyklische Kohlenwasserstoffe, aromatische Amine, Urethane, Tabaktee usw. Bestimmte Viren z. B. So genannte Warzenviren zählen zu den viralen Karziogenen.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Zu den bekannten Karzinomen werden die Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome gezählt und das maligne Melanom (auch Schwarzer Hautkrebs), weitere weniger bekannte Tumore sind zahlreich vertreten. Das maligne Melanom tritt als sehr bösartige, tiefreichende wachsende Hautgeschwulst auf, die früh zur Bildung von Metastasen neigt. Das Melanom entsteht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut und Schleimhaut, seltener in der Netzhaut oder an den Hirnhäuten. Betroffen sind Frauen und Männer weißer Rasse im mittleren Lebensjahr, wobei Frauen doppelt so häufig erkranken. Die Tendenz, dass auch junge Menschen erkranken, steigt ständig. In Deutschland ist der Schwarze Hautkrebs eher seltener als andere Krebserkrankungen, jedoch nimmt die Krankheit auch hier erheblich zu.

Risikofaktoren, die die Entstehung begünstigen, sind hinlänglich bekannt: erbliche Veranlagung und UV-Licht. Wer schon als Kind und Jugendlicher viel der Sonne ausgesetzt war ist gefährdet, ein Melanom zu entwickeln. Eine hohe Anzahl von Pigmentflecken, eine angeborene oder erworbene Pigmentschwäche, ein vorangegangenes Melanom oder erbliche Erkrankungen, die mit erhöhtem Risiko für bösartige Hautgeschwülste einhergehen, sind ebenfalls als Risikofaktoren zu betrachten.

Wie erkennt man ein malignes Melanom?

Meist tiefbraun bis blau-schwärzlich aussehend, ist es ein Knoten oder Fleck auf der Haut. Selten ist es braun oder braun-rot, auch völlig pigmentfrei. Das Erscheinungsbild kann sehr unterschiedlich sein und ist abhängig von der Dauer seines Bestehens, der Wachstumsgeschwindigkeit und -richtung.

Bei der Bestimmung des Melanoms macht man sich die ABCDE-Regel zu nutze, um eine falsche Diagnose restlos auszuschließen.

Fernarzt
  • A = Asymmetrie – die beiden Hälften des Pigmentmals sind nicht deckungsgleich
  • B = Begrenzung – ist unregelmäßig, mit Ausläufern
  • C = Colour/Farbe – dunkelbraun bis schwarz oder wechselt zwischen verschiedenen Farben
  • D = Durchmesser – beträgt mehr als 5 mm
  • E = Erhabenheit – das Pigmentmal ist tastbar und erhebt sich über das normale Hautniveau hinaus

Häufige Körperbereiche, die vom malignen Melanom betroffen sind, sind bei Frauen  das Gesicht, die Beine und Füße. Männer entwickeln eher am oberen Rumpf diese Art des Hautkrebses. Möglich ist auch, obwohl selten, der Auftritt auf den Bindehäuten und im Auge. Schleimhäute und Hirnhäute können auch ein Melanom entwickeln.

Es gibt verschiedene fünf verschiedene Melanomtypen, die aufgrund klinischer und feingeweblich-mikroskopischer Kriterien unterschieden werden. Die häufigste Art ist das SSM (superfiziell maligne Melanom), für das die Prognose der Behandlung am günstigsten ausfällt. Sein Wachstum verläuft eher oberflächlich, vor allem am Anfang der Erkrankung. Später erst wächst das Melanom in die tiefere Schichten.
Als Therapie gegen den Hautkrebs sollte immer die operative Methode im Vordergrund stehen und das bösartige Melanom entfernt werden. In der Behandlung und der Schwere der Erkrankung können auch die Lymphknoten entfernt werden.

Die Behandlungsweise des Patienten ist immer von Fall zu Fall zu entscheiden und sollte von Spezialisten vorgenommen werden. Eine Nachsorge ist in jedem Fall sehr wichtig.

Gegen den Schwarzen Hautkrebs kann man vorbeugen: Auch wenn es schon oft genug gesagt, geschrieben und ausreichend publiziert wird – man kann es nicht oft genug wiederholen:

Meiden Sie agressive Sonne und die Bestrahlung mit UV-A und UV-B-Licht. Benutzen Sie ausreichend Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Schützen Sie die Haut durch ihre Kleidung. Menschen mit ausgeprägten Muttermalen sollten sich regelmäßig kontrollieren. Die Krankenkassen geben die Möglichkeit, aller zwei Jahre einen Hautcheck vornehmen zu lassen. Er ist für alle Patienten kostenlos und wird ab dem 35. Lebensjahr empfohlen. Nutzen Sie die Möglichkeit der Prävention und unterschätzen sie niemals Hautkrebs in seinen verschiedenen Formen.

Autor: Heilpraktiker Felix Teske

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