Legionärskrankheit (Legionellose)

Die Legionärkrankheit (Legionellose) ist eine durch Bakterien verursachte schwere Lungenentzündung. Ältere Menschen, und Menschen mit geschwächtem Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko, an der Krankheit zu sterben.

Legionellen sind Bakterien, die im Süßwasser allgemein vorkommen, wenn auch in äußerst geringer Konzentration. Allerdings vermehren sich die Bakterien bei etwa 30-45°C stark.

Durch starkes Erhitzen von Wasser (min. 75°C) sterben die Bakterien ab. Die Erreger kommen weltweit vor, auch in Deutschland werden immer wieder Fälle gemeldet. Hier sind vor allem Hallenbäder, Hotels und andere Großanlagen besonders gefährdet, insbesondere dann, wenn Löschwasser mit Brauchwasser vermischt wird. Aus diesem Grund wird es empfohlen, Löschwasser auf getrennte Leitungen zu legen.

Die Erreger zeigen eine erhöhte Resistenz gegen Penicillin, deshalb muss man bei der Therapie auf andere Antibiotika zurückgreifen. Da die Erkrankung einer klassischen Lungenentzündung stark ähnelt ist es nicht immer einfach, sie zu diagnostizieren. In erster Linie gilt während der Therapie nämlich, die Erreger zu bekämpfen. Die Legionärskrankheit, der indirekte, oder direkte Nachweis des Erregers sind in Deutschland meldepflichtig. Die Krankheit tritt überwiegend bei Erwachsenen auf, wobei Männer häufiger erkranken, als Frauen.

Ursache der Legionellose ist der Erreger Legionella pneumophlia

Der Erreger, Legionella pneumophlia kommt im Süß- und Trinkwasser in geringer Konzentration vor. Der Verzehr selbst verursacht jedoch keine Erkrankung. Die Krankheit wird meist nur ausgelöst, wenn die Erreger durch Aerosole eingeatmet werden. Dies geschieht in der Regel beim Duschen, durch Klimaanlagen, oder in Whirlpools. Wenn die Erreger in den Nasen-Rachen-Raum eindringen, können sie die Krankheit verursachen. Aus diesem Grund gelten auch Luftbefeuchter und Inhalatoren als mögliche Infektionsquelle. Im Jahr 2001 wurden in Berlin einige Schwimmbäder geschlossen, da hier eine relativ hohe Legionellenkonzentration nachgewiesen wurde.

Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist jedoch nicht möglich. Die Vermehrung der aufgenommenen Bakterien erfolgt in der Lunge, hier insbesondere in den Monozyten (eine Art weißer Blutkörperchen).

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage, bei einer besonderen Infektionsform, dem Pontiac-Fieber nur ein bis zwei Tage. Die ersten Symptome sind meist uncharakteristisch und ähneln den Beschwerden einer starken Erkältung, oder einem grippalen Infekt. Allgemeines Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen und Husten sind die ersten Anzeichen. Nur binnen weniger Stunden verstärken sich die Beschwerden, es kommen auch Fieber, mit Schüttelfrost, und Brustschmerzen hinzu. Einige Patienten klagen zudem über Übelkeit, Erbrechen und mitunter auch über Durchfall. Der weitere Verlauf ist von einer schweren Lungenentzündung geprägt. Durch die Infektion kann auch das Zentrale Nervensystem betroffen sein. Ist dies der Fall, kann es zu Benommenheit  kommen, die in besonders schweren Fällen auch zu Verwirrtheit führen kann. Hier kann es zu einer Gehirnentzündung kommen.

Für eine einwandfreie Diagnose ist die Krankengeschichte (Anamnese) sehr wichtig. Die Patienten sollten dem Arzt Informationen über einen Aufenthalt in öffentlichen Bädern, Hotels, etc. nicht vorenthalten. Ein Erregernachweis ist im Blut, Urin, Auswurf möglich, wobei der Nachweis im Urin in den letzten Jahren die größtmögliche Sicherheit bietet. Die Erreger werden bereits nach etwa einem Tag mit dem Urin ausgeschieden. So ist ein rechtzeitiger Therapiebeginn möglich.

Im Blut lassen sich etwa zwei Wochen nach der Infektion auch spezifische Antikörper gegen Legionellen nachweisen. Damit lebensbedrohliche Situationen vermieden werden können ist es sehr wichtig, mit der Therapie so früh wie möglich zu beginnen. Bei der Behandlung kommen spezielle Antibiotika zum Einsatz. Zudem werden Medikamente zur Linderung der Beschwerden eingesetzt. Insbesondere Patienten, mit einem geschwächten Immunsystem sollten sich auf eine langwierige Therapie, von drei Wochen einstellen. Immungesunde Patienten erhalten eine Antibiotika-Therapie zwei Wochen lang.

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Verlauf und Prognose der Legionellose

Eine Therapie ist unbedingt erforderlich, denn ohne Behandlung endet die Krankheit in etwa 15% der Fälle tödlich. Mit diesem Prozentsatz sind jedoch sonst gesunde Menschen gemeint. Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem liegt die Sterblichkeitsrate deutlich höher, bei ca. 70-75%.

Wichtig zu wissen: An der Legionärskrankheit kann man immer wieder erkranken. Eine überstandene Legionärskrankheit gibt leider keine Immunität gegen den Erreger. Wird eine Therapie rechtzeitig angesetzt, stehen die Chancen auf eine Heilung ohne Komplikationen sehr gut. Patienten, die an der besonderen Form der Legionellen-Infektion, dem Pontiac-Fieber erkrankt sind, werden auch ohne Behandlung binnen wenigen Tagen wieder vollkommen gesund.

Eine Schutzimpfung gegen die Legionärskrankheit existiert nicht. Da Reisende stärker gefährdet sind, gilt für sie: beim Duschen das Wasser einige Minuten heiß laufen lassen und das Badezimmer für diese Zeit zu verlassen. Dadurch kann der erste Dunst/Nebel, mit der höchsten Bakterienkonzentration vermieden werden. In Europa kommt die Krankheit zwar selten vor, häufiger sind südliche, warme Länder davon betroffen, trotzdem empfiehlt es sich in Hotels vielleicht auf die Klimaanlage zu verzichten und die Dusche auch in den heimischen Hotels einige Minuten heiß laufen zu lassen.

Quelle: Hajnalka Prohaska

Interessante Videos über die Legionärskrankheit

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