Leberflecke – harmlos oder gefährlich?

Leberfleck ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das Muttermal, eine lokal begrenzte, durch eine Vermehrung der Pigmentzellen gekennzeichnete Fehlbildung der Haut. Der Leberfleck, der in der Medizin als Nävus bezeichnet wird, zählt zu den häufigsten Hautveränderungen. Angeborene Formen sind seltener als erworbene – letztere treten bei Menschen aller Hautfarben auf, jedoch bei Personen mit heller Haut häufiger als bei Menschen mit stärker pigmentierter Haut. Jeder Mensch besitzt durchschnittlich 30 erworbene Leberflecke, Männer einige mehr als Frauen. Die Nävi bilden sich vor allem an den Körperstellen, die vermehrt dem Licht ausgesetzt sind. Sie erreichen ihre größte Ausdehnung zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Danach bilden sie sich zurück.

Prinzipiell gelten Muttermale als Vorläufer von Hautkrebs, sie entarten jedoch äußerst selten. Nur angeborene Leberflecke und Clark-Nävi, eine unregelmäßig aussehende Vermehrung atypischer Zellen, bergen ein erhöhtes Entartungsrisiko.

Woher kommen Leberflecke?

In bestimmten Hautzellen, den Melanozyten, wird der Farbstoff Melanin produziert. Durch diesen erhält die Haut ihre individuelle Farbe und einen natürlichen Schutz vor den negativen Einflüssen des Sonnenlichts. Die Strahlung der Sonne bewirkt das Wuchern der Melanozyten an bestimmten Körperstellen und so die Entstehung von Leberflecken, die sich vorwiegend im Kindes- und Jugendalter bilden. Diese können hautfarben bis braunschwarz pigmentiert sein und liegen zumeist im Hautniveau oder leicht darüber. Auch unregelmäßige Oberflächen oder eine Behaarung sind möglich. Neben dem UV-Licht spielen beim erworbenen Leberfleck auch Gene und Sexualhormone eine Rolle.

Angeborene Leberflecke treten infolge eines Ungleichgewichts im Mischungsverhältnis einzelner Hautstrukturen auf. Bei den auf diese Weise entstehenden Muttermalen überwiegen entweder Bindegewebe, Oberhaut-, Schweiß- oder Talgdrüsen, Blutgefäße oder Fettgewebe. Das Aussehen des organoiden Nävus wird durch die jeweilige Gewebeart bestimmt. Die Nävuszellen gelangen beim angeborenen Leberfleck in tiefere Schichten der Haut als beim erworbenen.

Wann werden sie gefährlich?

Leberflecke sind in der Regel harmlos. Gefährlich ist die Ähnlichkeit zwischen Leberflecken und dem bösartigen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom). Deshalb sollte beobachtet werden, ob neue Flecke entstehen oder bereits vorhandene sich verändern. Besonders Personen, die zu Risikogruppen gehören, wie hellhäutige Menschen oder solche mit großen oder sehr vielen Nävi, sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen. Wer mehr als 50 Leberflecke hat, hat ein höheres Risiko, ein Melanom zu bekommen.

Besondere Vorsicht ist beim Sonnenbaden geboten. Intensive ultraviolette Strahlung ist im Gegensatz zur angeborenen Anlage ein beeinflussbarer Risikofaktor. Experten sind sich darin einig, dass das vermehrte Auftreten von Hautkrebs an der gestiegenen UV-Belastung liegt. Wird Hautkrebs rechtzeitig erkannt, lässt er sich sehr gut behandeln. Eine frühestmögliche Diagnose kann über Leben und Tod entscheiden, da Melanome schnell Tochtergeschwülste absetzen. Deren Auftreten führt zu einem drastischen Absinken der Überlebenswahrscheinlichkeit.

Fernarzt

Wann sollten Leberflecke entfernt werden?

Prinzipiell müssen erworbene Leberflecke nicht entfernt werden, da sie zumeist gutartig sind. Eine Entfernung ist jedoch sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine bösartige Entartung besteht. Bei dem Eingriff wird ein Sicherheitsabstand von mehreren Millimetern eingehalten und das Gewebe anschließend mikroskopisch untersucht, um festzustellen, ob es sich um eine bösartige Wucherung handelt.

Es ist natürlich auch möglich, einen kosmetisch störenden Leberfleck entfernen zu lassen. Zudem wird das Entfernen von Leberflecken empfohlen, die ständig Traumata unterliegen, zum Beispiel an den Fußsohlen. Auch in diesen Fällen ist eine anschließende mikroskopische Untersuchung empfehlenswert. Liegt keine dieser Indikationen vor, ist es ausreichend, die Nävi zu beobachten und gegebenenfalls regelmäßig vom Hausarzt kontrollieren zu lassen.

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