HIV / AIDS

HIV und AIDS sind nicht dieselben Krankheiten. HIV ist die Infektion mit dem Humanen Immundefizienz Virus, AIDS ist die Erkrankung, die durch die Infektion – meist erst nach vielen Jahren bis Jahrzehnten hervorgerufen wird. Der Unterschied macht sich auch in vielen anderen Bereichen während des Verlaufs bemerkbar.

Als HIV-Positiv werden Patienten genannt, die das HI-Virus in sich tragen, also infiziert sind. Dabei kann der Erreger direkt, oder indirekt nachgewiesen werden. In beiden Fällen wird die Bezeichnung HIV-Positiv verwendet.

Eine HIV Infektion verläuft in mehreren Stadien, diese werden mit einem Buchstaben und einer Zahl klassifiziert. Man spricht von den Stadien A1 bis C3, wobei Stadium C die Erkrankung AIDS bezeichnet.

Bei AIDS handelt es sich um eine chronische, lebensbedrohliche Erkrankung. Die Immunabwehr wird zunächst geschwächt, dann beinahe vollständig zerstört. Der Körper kann sich nicht mehr gegen Erreger und Krankheiten wehren, die kleinste Infektion kann tödlich verlaufen.

Am häufigsten wird das HI-Virus durch Geschlechtsverkehr übertragen, andere Übertragungswege, wie beispielsweise durch Organtransplantationen, oder Bluttransfusionen sind zwar möglich, kommen jedoch durch modernste Diagnostik nur noch sehr selten vor. Drogenabhängige sind stark gefährdet, insbesondere durch gemeinsame Benutzung von Spritzbesteck.

Die Erkrankung kam in den 1980er Jahren vermehrt zum Vorschein. Seither entwickelte sich die Krankheit zu einer globalen Epidemie. Statistiken zur Folge gibt es derzeit etwa 33 Millionen HIV-Infizierte Menschen. Etwas über 2 Millionen davon sind Kinder. Knapp 3 Millionen Menschen infizieren sich jährlich neu mit dem Virus. Allein in Deutschland leben derzeit etwa 53.000 Menschen mit dem HI-Virus in ihrem Körper. Die Neuinfizierungen werden jährlich mit 3000 beziffert.

Ursachen für HIV und Aids

Bei einem gesunden Menschen sieht es folgendermaßen aus: Ein x-beliebiger Erreger dringt in den Körper ein, die weißen Blutkörperchen treten sofort in Aktion und bekämpfen den Erreger. In den allermeisten Fällen bekommt der Mensch absolut nichts davon mit, dass sich Erreger in seinem Körper befinden. Diesen Vorgang nennt man Immunantwort, die von so genannten T-Helferzellen (CD4) koordiniert wird.

Genau diese T-Helferzellen werden vom HI-Virus angegriffen und nach und nach zerstört. Das Verhältnis zur Produktion von Virenzellen und T-Helferzellen steht in keiner Relation zueinander. Täglich werden etwa zehn Milliarden Virenzellen produziert, der Körper produziert dagegen etwa zwei Milliarden T-Helferzellen. Zwar versucht der Körper dieses Defizit auszugleichen, es gelingt aber nicht. So werden die T-Helferzellen langsam, aber kontinuierlich verbraucht und zerstört. Die bereits erwähnte Immunschwäche tritt ein.

Die Übertragung der Viren erfolgt in den meisten Fällen durch ungeschützte sexuelle Kontakte, durch den Kontakt von infiziertem Blut, Vaginalflüssigkeit, oder Sperma. Tränenflüssigkeit, Speichel und Schweiß sind dagegen nicht ansteckend. Deshalb ist es nicht erforderlich, sich von Erkrankten Personen vollständig zurückzuziehen. Tröpfcheninfektion ist nicht möglich. Händedruck, Kuss, Umarmung, oder die gemeinsame Nutzung von Toilette, oder Bad stellen kein Infektionsrisiko dar.

Drogenabhängige müssen darauf achten, dass sie Spritzbesteck und Nadeln nicht mit anderen gemeinsam benutzen. Insbesondere gilt es für bereits infizierte Drogenabhängige, um eine Verbreitung der Infektion zu verhindern.

Eine HIV-Infektion verläuft in mehreren Stadien (A1 bis C3), die grob in vier Phasen eingeteilt werden können.

Phase I

Phase I wird dabei als akute HIV-Erkrankung bezeichnet. Etwa sechs Tage bis sechs Wochen nach der Ansteckung treten bei den Infizierten absolut uncharakteristische Symptome auf, die eher denen einer Grippe ähneln. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Lymphknotenschwellung und mitunter Hautausschlag sind die ersten Symptome. Für die meisten Menschen sind sie jedoch kein Anlass dafür, einen Arzt aufzusuchen. Viel Sinn würde es auch nicht machen, denn die Antikörper sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Blut nachweisbar. Tatsache ist jedoch, dass die Erkrankten die Erreger weitergeben können, sogar diejenigen, bei denen gar keine Symptome auftreten. Die Antikörper sind erst nach etwa 3 Monaten (in einigen Fällen sogar erst nach 12 Wochen) im Blut nachweisbar.

Phase II

Phase II bezeichnet die so genannte Latenzphase. In dieser Phase haben die Patienten keinerlei Beschwerden, sie fühlen sich wohl. Diese Phase kann bis zu mehreren Jahrzehnten andauern, man ist jedoch weiterhin infektiös. Obwohl keine Beschwerden auftreten, vermehren sich die Viren im Körper und die Zerstörung der T-Helferzellen geht stetig voran. Eine Blutuntersuchung zeigt die deutliche Senkung der T-Helferzellen im Blut.

Phase III

Phase III bezeichnet das Lymphknotensyndrom. Die meisten Patienten leiden an Lymphknotenschwellungen.

Phase IV

Phase IV tritt etwa zehn Jahre – oder manchmal auch später – nach der Ansteckung ein. Diese Phase umfasst alle HIV-Assoziierte Erkrankungen. Diese Phase wird anhand der unterschiedlichen Beschwerden in weitere Unterstadien aufgeteilt. Eine Reihe von charakteristischen Symptomen wird als AIDS-Related-Complex bezeichnet. Wenn auch nur eine der nachfolgenden Symptome auftritt, spricht der Arzt vom AIDS-Related-Complex

  • Fieber, das länger als einen Monat anhält
  • Durchfall, der länger als einen Monat anhält
  • trockener Husten und Atemnot
  • Nachtschweiß, der länger als einen Monat auftritt
  • chronische Müdigkeit
  • Gewichtsverlust (ohne Diät)

Viele Patienten leiden an weiteren Erkrankungen, wie Lungenentzündung, bestimmte Krebserkrankungen, sowie verschiedene neurologische Erkrankungen. In diesem Fall spricht der Arzt vom AIDS-Vollbild.

Diagnose und Therapie von HIV und AIDS

Eine HIV-Infektion lässt sich zwar anhand einer Blutuntersuchung diagnostizieren, doch Antikörper sind erst etwa 3 Monate nach erfolgter Infektion im Blut nachweisbar. Während dieser Zeit sind die Infizierten Personen jedoch selbst infektiös.

Damit jemand als HIV-Positiv eingestuft werden kann, sind drei Tests notwendig. Die Absicherung der Diagnose ist bei HIV sehr wichtig. Die erste Untersuchung besteht aus einem so genannten Suchtest (ELISA). Ist dieser Test positiv, wird er wiederholt. Fällt der Test auch beim zweiten Mal positiv aus, wird ein so genannter Western Blot Test durchgeführt. Erst, wenn auch dieser Test positiv ausfällt, stellt der Arzt die Diagnose HIV-Positiv.

Die Diagnose gibt Anlass zu einer weiteren Blutuntersuchung, wobei die Virenmenge im Blut festgestellt wird. Die Menge der Viren im Blut hilft bei der Entscheidung, wann und in welchem Umfang die Therapie beginnen kann. Auch für die allgemeine Prognose ist dieser Test hilfreich. Infizierte mit einer hohen Virenmenge im Blut haben eine deutlich schlechtere Prognose, als Menschen, die nur eine geringe Menge Viren im Blut haben.

Wird bei Ihnen die Diagnose HIV-Positiv gestellt, so müssen Sie unbedingt mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin offen sprechen. Auch alle Personen, mit denen Sie in den letzten Monaten ungeschützten Sex hatten, müssen sich untersuchen lassen.

Fernarzt

AIDS wurde in den 1980er Jahren entdeckt und damals gab es keine Medikamente gegen die Krankheit. Auch die Komplikationen konnte man nicht ausreichend behandeln. Heute sieht die Sache zwar immer noch nicht so rosig aus, die Krankheit gilt immer noch als unheilbar, doch die Forschung hat viel dazu beigetragen, dass für die Patienten eine deutlich bessere Lebensqualität zur Verfügung steht. Auch die Lebenserwartung konnte man deutlich erhöhen, trotz HIV-Infektion.

Mittlerweile stehen der Medizin einige überaus wirksame Medikamente zur Verfügung. Die Nebenwirkungen müssen jedoch auch hier nicht unerwähnt bleiben. Die Ärzte befinden sich bei der Therapie auf einer Gratwanderung. Natürlich möchte man den Betroffenen eine möglichst hohe Lebensqualität zusichern, ohne dabei die möglichen Nebenwirkungen aus den Augen zu verlieren. Hier gilt es, ein optimales Gleichgewicht zu finden, die insbesondere für den Patienten gut ist.

Die Therapie verläuft individuell. Es ist sehr wichtig, dass die Betroffenen zu dem behandelnden Arzt ein uneingeschränktes Vertrauen haben. Es gibt in Deutschland mittlerweile viele Ärzte, die sich für AIDS und HIV spezialisiert haben. Genau diese Ärzte sollten Ihre Ansprechpartner sein. Auch bei Ihrem Hausarzt, oder in den Gesundheitsämtern können Sie sich informieren und einen Arzt empfehlen lassen. Eine gute Therapie besteht natürlich nicht nur aus Medikamenten. Auch der Patient selbst muss sein Leben umkrempeln und sein Lebensstil ändern. Impfungen gegen bestimmte Erreger können schwere Krankheiten verhindern. Entspannung und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft gehören zur Therapie dazu. Trotz Medikamente, Impfungen und Änderung des Lebensstils bleibt AIDS unheilbar. Aber all diese Maßnahmen können Ihnen dabei helfen, Ihr Leben wieder lebenswert zu machen und Ihr Leben deutlich zu verlängern.

Infektionen durch Bakterien, Pilze und Viren sind die häufigsten Komplikationen bei einer HIV-Infektion. Später können auch Krebserkrankungen und eine Beteiligung des Nervensystems hinzukommen. AIDS ist und bleibt vorerst unheilbar. Die Medikamente und bestimmte Verhaltensänderungen helfen jedoch dabei, die Lebenserwartung deutlich zu erhöhen und die Lebensqualität zurückzubringen.

Die meisten Medikamente, die HIV-Infizierten und AIDS-Kranken Menschen gegeben werden, sind reich an unangenehmen Nebenwirkungen. Der Verlauf wird insgesamt von der festgestellten Menge an Viren im Blut bestimmt. Menschen, die eine hohe Menge an Viren im Blut haben, haben allgemein eine deutlich schlechtere Prognose, als Menschen, bei denen nur eine relativ geringe Menge Viren festgestellt wurde.

Eine Schutzimpfung gegen das HI-Virus, oder gegen AIDS gibt es nicht! Sie können sich jedoch selbst vor einer Ansteckung schützen. Vor einer Infektion beim Geschlechtsverkehr schützen nur Kondome. Gemeinsam benutzte, evtl. mit Blut verschmierte Nadeln sind eine Quelle für Infektionen. Man kann sich auch beim Oralverkehr anstecken, sofern Sperma, Menstruationsblut, Blut, oder Vaginalflüssigkeit auf die Schleimhäute, bzw. in den Mund gelangt. Auch hier sollte man sich mit Kondomen, oder mit Lecktüchern vor einer Infektion schützen.

Eine HIV-Infektion erfolgt nicht bei:

  • gemeinsame Benutzung von Bad, Toilette, Geschirr, Besteck, Handtüchern
  • Kontakt mit Schweiß, Speichel, oder Tränen

Auch eine Blutspende gilt nicht mehr als Gefahrenquelle, zumindest in den westlichen Ländern.

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