Enddarmerkrankungen

Der Enddarm bildet das letzte Stück des Verdauungstraktes und misst etwa 20cm. Der Enddarm wird auch als Mastdarm genannt. Hier, in diesem letzten Abschnitt wird der Stuhl gesammelt, bis auf den Anus genügend Druck ausgeübt wird, sodass der Defäkationsreflex (Stuhldrang) ausgelöst wird. Die letzten 3-6cm werden als Analkanal bezeichnet und wird vom Anus durch zwei Ringmuskeln (Schließmuskel) verschlossen.

Die Übergangszone zwischen Darmschleimhaut und äußerer Haut nennt man Hämorrhoidalzone. Bei der Stuhlentleerung entspannt sich der Schließmuskel und der Stuhl kann entleert werden. Während die Darmentleerung willentlich gestartet wird, läuft der Entleerungsvorgang selbst unwillentlich ab.

After und Enddarm sind gegenüber Krankheitserregern sehr empfindlich. Hier können sich Pilze und Bakterien, aber auch Viren ansiedeln. Oft meldet sich eine derartige Infektion mit starkem Juckreiz, Schmerzen, Entzündungen und Eiteransammlungen. Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr (Anal- Vaginalverkehr), kann man sich auf sexuellem Wege rasch infizieren. Die häufigste Infektion erfolgt hier durch Pilze, Herpesviren, aber auch durch eine bestimmte Art von Humane Papillom-Viren (HPV). Letztere verursachen so genannte Feigwarzen, die sich direkt am Anus ansiedeln können. Bei einer Infektion von HP-Viren ist die Gefahr einer Verbreitung deutlich erhöht.

Spezielle Erkrankungen des Enddarms

Auch kann der Enddarm, insbesondere der Anus von Analekzemen, Analabszessen und -Fisteln befallen sein. Diese sind in den meisten Fällen schmerzhafte Veränderungen und sollten unbedingt ärztlich behandelt werden. Während Pilzinfektionen und leichte Hautveränderungen gut mit Salben, Cremes und Zäpfchen behandelbar sind, erfordern andere Enddarmerkrankungen eine erweitere Therapie, die nicht selten mit einem chirurgischen Eingriff kombiniert wird.

Eine Diagnostik bei Enddarmerkrankungen ist nicht mit der Anamnese getan. Hier wird häufig eine Tastuntersuchung, eine Rektoskopie (Enddarmspiegelung), oder eine Proktoskopie notwendig. Letztere Untersuchung betrifft nur die Untersuchung des Analkanals mit der Hämorrhoidalzone. Es besteht kein Grund zur Angst, wenn diese Untersuchungen anstehen. Bei Angst und Nervosität erhalten Sie leichte Beruhigungsmittel.

Viele Patienten haben zwar Beschwerden, den Gang zum Arzt scheuen sie jedoch. Dies ist aber der falsche Weg. Nur eine frühzeitige Diagnose kann zu einer Heilung beitragen. Feigwarzen werden häufig mit Hämorrhoiden verwechselt, was zu einer Verbreitung der Vireninfektion führt. Falscher Scham ist hier absolut Fehl am Platz. Ärzte werden täglich mit solchen und ähnlichen Beschwerden konfrontiert, sie kommen tagtäglich mit Enddarmerkrankungen also auch mit dem Anblick weniger schönen Krankheitsbildern in Berührung. Ihre Aufgabe ist es, Ihnen, als Patient zu helfen. Trotzdem ist es gut, wenn man zu dem Arzt, der eine solch “intime” Untersuchung durchführen soll, auch Vertrauen hat. Wer Angst hat, sollte sich nicht scheuen, sich einen Arzt zu suchen, der ihm sympathisch ist. Sympathie nimmt in den meisten Fällen die Angst vor der Untersuchung und schafft gleichzeitig auch das nötige Vertrauen.

Schutz der Darmflora

Erkrankungen des Enddarms, insbesondere Infektionen können in den Dick- und Dünndarm “wandern” und dort die Darmflora schädigen, oder zerstören. Deshalb ist es sehr wichtig, dass eine Diagnose rechtzeitig gestellt werden kann. Bei Diagnosen, die eine schwerwiegende Enddarmerkrankung (z.B. Krebs) beschreiben, besteht die Möglichkeit und oft auch der Drang, für eine zweite Meinung. Kein Arzt wird es Ihnen also übel nehmen, wenn Sie vor Therapiebeginn eine zusätzlich Meinung einholen möchten. Bei Infektionen sollte auf eine gute Hygiene großer wert gelegt werden, um die Erreger nicht weiter zu verbreiten.

Eine Waschung der Afterregion nach dem Stuhlgang sorgt für eine saubere Umgebung. Hierfür eignen sich spezielle Waschlotionen, die auch für Schleimhäute verwendet werden dürfen. Die Darmschleimhaut reagiert auf normale Seife, oder Waschgel sehr empfindlich, die Darmflora kann aus dem Gleichgewicht geraten. Nur Wasser macht jedoch nicht sauber genug. In Supermärkten, Drogeriemärkten und Apotheken sind Einmal-Waschlappen erhältlich.

Bei bestimmten Enddarmerkrankungen ist eine Operation die einzige Möglichkeit zur Heilung. In einigen Fällen wird ein künstlicher Darmausgang gelegt. Dieser dient häufig zur Entlastung des letzten Darmabschnittes (nach Operationen z.B.) und wird nur vorübergehend gelegt. Ein dauerhafter künstlicher Darmausgang wird nur gelegt, wenn der After, oder der letzte Darmabschnitt dauerhaft geschädigt, oder zerstört sind.

Quelle: Hajnalka Prohaska

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