Chagas Krankheit

Die Chagas Krankheit (Südamerikanische Trypanosomiasis) ist eine durch Parasiten verursachte Erkrankung und kommt in Mittel- und Südamerika vor. Die Übertragung erfolgt durch Raubwanzen. Mehrere Stadien zeichnen den Krankheitsverlauf aus. Die Chagas Krankheit endet in etwa 10% der Fälle tödlich. Die Krankheit kommt zwar überwiegend bei Tieren vor, kann aber auch auf den Menschen übertragen werden.

Somit zählt die Erkrankung zu den Zoonosen. Insbesondere ländliche Gegenden sind in Süd- und Mittelamerika gefährdet. Weltweit sind etwa 12 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen. Die Erkrankung kann mitunter auch chronisch verlaufen. Anders, als viele andere Erreger, vermehren sich die Parasiten (Trypanosoma cruzii) nicht im Blut, sondern in den Zellen. Innere Organe, wie Herz, Darm und Gehirn können von der Erkrankung betroffen sein. Bei Säuglingen und Kindern kann die Krankheit eine Herzmuskel- oder Gehirnentzündung verursachen und so relativ rasch zum Tod führen.

Ursachen der Chagas Krankheit

Verursacht wird die Chagas Krankheit durch den Erreger Trypanosoma cruzii. Vier Übertragungswege werden in der Medizin genannt. Der Hauptübertragungsweg ist der Biss der Raubwanzen. Meist werden schlafende Menschen von den Wanzen gebissen. In den meisten Fällen in der Nähe der Augen, oder an unbedeckten und ungeschützten Hautstellen. Die Infektion erfolgt jedoch nicht direkt durch den Biss selbst, sondern vielmehr durch die Kotablage der Wanzen, die sie am Menschen bei der Blutmahlzeit hinterlassen. So gelangen die Erreger entweder durch kleinste Hautverletzungen, oder durch Schmierinfektion, wenn man sich beispielsweise die Augen reibt.

Raubwanzen sind nachtaktiv. Mütter können ihre Babys bei der Geburt mit der Erkrankung anstecken. Eine Übertragung durch Organtransplantationen, oder durch den Kontakt mit infiziertem Blut sowie durch den Verzehr von mit Raubwanzenkot kontaminierten Lebensmitteln ist ebenfalls möglich. Natürliche Reservoirs für den Erreger bilden Gürteltiere, Hunde, oder Katzen. Die Tiere tragen den Erreger zwar in sich, erkranken aber nicht.

Symptome und Inkubationszeit der Chagas

Die Inkubationszeit beträgt eine bis zwei Wochen, sofern die Ansteckung direkt über Raubwanzen erfolgt. Erfolgt die Ansteckung durch Organtransplantation, oder Bluttransfusion, so kann sich die Inkubationszeit auf bis zu sechs Wochen verlängern. Bei der Symptomatik und dem Verlauf der Chagas Krankheit wird zwischen einer akuten und einer chronischen Phase unterschieden. Dazwischen liegt die so genannte Latenzphase, wo die Patienten beschwerdefrei sind. Die Latenzphase kann über mehrere Jahre dauern, bevor die chronische Phase eintritt. Die Symptome der akuten Phase beginnen nach etwa zwei Wochen nach der Ansteckung, allerdings nicht bei allen Infizierten. Etwa ein Drittel der Infizierten, darunter insbesondere Säuglinge und Kleinkinder zeigen charakteristische Symptome.

Dazu gehören: – kleine Schwellung an der Eintrittsstelle, die etwa 8 Wochen bleibt – Bindehautentzündung, mit Schwellung der AugenFieberLymphknotenschwellungLuftnotBauchschmerzenDurchfallÖdeme
In einigen Fällen treten Herzmuskel- und/oder Gehirnentzündung auf. Hiervon sind besonders Kleinkinder betroffen. Als Folge der Gehirnentzündung können Krämpfe auftreten.

Die akute Phase dauert etwa vier Wochen, die Krankheit geht allmählich in die Latenzphase über. In der Latenzphase sind die Patienten beschwerdefrei. Dieser Zustand kann bis zu mehreren Jahren andauern. Nur bei Patienten, deren Immunsystem geschwächt ist (HIV-Infizierte etc.) zeigen sich erneut Symptome der akuten Phase.

Als Folge einer lang anhaltenden Infektion entwickelt sich die chronische Phase. Die Beschwerden der chronischen Phase äußern sich in Form von chronischen Herzleiden. Herzklopfen, Luftnot, Atemnot bei geringer Belastung, Herzrasen, Angina pectoris sind die typischen Beschwerden. Als Komplikation der chronischen Phase kann eine Überdehnung der Speiseröhre, oder des Dickdarms auftreten. Die meisten Patienten erleiden einen plötzlichen Herztod oder sterben aufgrund einer chronischen Herzinsuffizienz.

Für eine einwandfreie Diagnose ist die Identifizierung des Erregers notwendig. Bereits in der akuten Phase sind die Erreger im Blut nachweisbar. Leider gelingt es nicht immer, die Parasiten im Blut nachzuweisen. In solchen Fällen hilft eine Methode zur Anreicherung der Parasiten im Blutserum. In der chronischen Phase stehen den Medizinern serologische Methoden zum Nachweis einer Infektion zur Verfügung. Um festzustellen, ob auch andere Organe von der Krankheit betroffen sind, werden verschiedene Untersuchungen in Betracht gezogen. Dazu gehören Computer Tomographie, Herzultraschall (Echokardiographie), sowie Magnetresonanztomographie.

Fernarzt

Zur Therapie werden spezielle Antibiotika eingesetzt. Die Wirksamkeit ist in der akuten Phase am stärksten. In dieser Phase können die Wirkstoffe die Parasiten zerstören. Die eingesetzten Antibiotika haben eine toxische Wirkung, daher werden sie nur in Krankenhäusern bei stationärem Aufenthalt eingesetzt. Die Therapie dauert etwa sieben Wochen, kann aber nach Bedarf verlängert werden. Befinden sich die Patienten bereits in der chronischen Phase, ist es nicht mehr möglich, die Erreger zu bekämpfen. Hier werden vielmehr die Beschwerden gezielt behandelt.

Der Verlauf lässt sich anhand der Herzbeteiligung vorhersagen. Ist eine Herzbeteiligung vorhanden, verläuft die Erkrankung schwer. Fehlt eine Herzbeteiligung, so ist der Verlauf als mild einzustufen, eine vollständige Heilung ist so möglich. Bei Patienten, wo das Herz durch die Krankheit angegriffen wurde, muss man mit Komplikationen rechnen. Andere Organe, sowie bestimmte Zellen können ebenfalls betroffen sein. Eine Vergrößerung der Speiseröhre und des Dickdarms ist eine der häufigsten Komplikationen, die sich daraus ergeben. Die Sterblichkeit in der akuten Phase betrifft meist nur Säuglinge und Kleinkinder. Sie erleiden häufig eine Herzmuskel-, und/oder Gehirnentzündung, in Folge deren der Tod eintritt.

Eine Impfung gegen die Chagas Krankheit gibt es nicht. Reisende können sich schützen, indem sie nachts Moskitonetze benutzen. Auch das Tragen geeigneter Kleidung trägt zum Schutz gegen Raubwanzen bei. In betroffenen Regionen empfiehlt es sich, gegen die Raubwanzen anzugehen. Hier gilt es zu verhindern, dass sich Raubwanzen in Häusern und Dächern einnisten können. Befallene Tiere müssen beseitigt werden.

Quelle: Hajnalka Prohaska

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