Was ist Bruxismus?

Fast jeder kennt es, vor allem nachts knirschen manche Menschen mit den Zähnen. Der medizinische Fachausdruck für Zähneknirschen lautet „Bruxismus“.

Zähneknirschen ist eine Aktivität des Kausystems, die keinen funktionellen Zweck erfüllt und fällt unter die sogenannten Parafunktionen. Würde das Kausystem beispielsweise Essen zerkleinern, wäre das ein normaler, funktioneller Zweck.

Neben Bruxismus zählen auch das Kauen auf Fingernägeln oder Stiften, Zungen-, Lippen- und Wangenbeißen und Zungen- und Zähnepressen zu den bekanntesten Parafunktionen. Eine oder auch mehrere dieser Parafunktionen führt fast jeder Mensch aus, meistens ohne, dass es ihm bewusst auffällt. Die meisten dieser Parafunktionen sind auch nicht weiter schlimm für das Gebiss, sie rufen keine Schäden hervor. Der weitverbreitete Bruxismus allerdings kann schwerwiegende Folgen für Zähne und Mund haben.

Folgeschäden von Zähneknirschen (Bruxisumus)

Zähneknirschen findet ohne Nahrungsaufnahme statt. Wer mit den Zähnen knirscht, presst die Zähne ungewöhnlich lang aufeinander. Die Bewegung, die bei Bruxismus stattfindet, hat mit der natürlichen Kaubewegung nichts gemein.

Für die Zähne, den Mund und den Zahnhalteapparat bedeutet dieses Aufeinanderpressen eine enorme Belastung. Der Kiefer und die Zahnhartsubstanz selbst können davon dauerhafte Schäden nehmen. Meistens tritt Bruxismus nachts auf, kann aber auch tagsüber in geistig oder seelisch angespannten Momenten vorkommen. In den flacheren Schlafstadien, dem REM-Schlaf, knirschen Betroffene oft bis zu 45 Minuten am Stück mit den Zähnen. Die Kraft, die vom Kiefer bei Bruxismus ausgeübt wird, liegt bei teilweise über 100 Kilogramm, sehr viel mehr als bei einer normalen Kaubewegung.

Die Folgen für die Zähne sind unter anderem Abschürfungen und Lockerungen. Zähne, die überkront sind, haben eine sehr viel dünnere Zahnhartsubstanz und können unter der Belastung sogar brechen. Durch die Dauerbelastung und den enormen Druck können sich Kiefergelenk und Muskeln verändern, sodass sich der Stand der Gelenkflächen verschiebt. In diesem Fall stehen die Gelenke nicht mehr optimal zueinander. Bemerkbar macht sich diese Auswirkung häufig durch ein knackendes Geräusch beim Bewegen des Kiefergelenks. Andere Auswirkungen des Zähneknirschens können Kopfschmerzen, Verspannungen und anhaltende Schmerzen im Bereich der Kieferknochen, des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur sein.

Häufigkeit und Ursachen von Zähneknirschen (Bruxismus)

Die Vielzahl der Betroffenen von Bruxismus ist erschreckend hoch, vor allem weil die meisten, solange die Folgeschäden noch nicht sicht- oder spürbar sind, gar nicht bemerken dass sie Zähneknirschen. Aktuelle Untersuchungsergebnisse in Deutschland zeigen, das ca. ein Drittel aller Erwachsenen von Bruxismus betroffen ist. Die Zahl der Kinder ist erschreckenderweise noch höher, jeder zweite Zwölfjährige hat bereits Schäden an den Zähnen durch Bruxismus. Im Erwachsenenalter sieht man oft noch die Abschleifspuren an den Zähnen, die durch Zähneknirschen im Kindesalter entstanden sind.

Bei Menschen, die ohnehin Erkrankungen im Kieferbereich haben, sind es ca. 80 Prozent, die unter Bruxismus leiden. Eine weitere Ursache für Zähneknirschen kann ein Gleithindernis bei der Kaubewegung der Zähne sein, die sich relativ einfach durch eine Schienentherapie oder durch ein Abschleifen der Zähne beheben lässt. Die Ursachen für Bruxismus sind aber eher selten krankheitsbedingt, sondern entstehen meist auf psychischer Basis. Typische psychische Überlastungen durch Stress oder Probleme lösen das nächtliche Zähneknirschen aus. Durch die Entwicklung der Bevölkerung stehen immer mehr Menschen unter enormen Leistungsdruck in der Schule und am Arbeitsplatz.

Dieser Druck belastet die Psyche eines Menschen. Hinzu kommen Mehrfachbelastungen durch Haushalt, Familie und Beruf und eventuelle private Probleme. Steht ein Mensch unter emotionalem Stress, wird dieser im Schlaf verarbeitet. Dadurch entstehen Schlafstörungen, unter sich unter anderem durch Knirschen mit den Zähnen bemerkbar machen. Häufig sind die Probleme nur von kurzer Dauer, und das Zähneknirschen legt sich wieder.

Bei dauerhaftem Stress allerdings sollte der Betroffene Maßnahmen zur Stressbewältigung ergreifen. Häufig können Entspannungstechniken wie Thai Chi, Yoga oder autogenes Training den Betroffenen schon helfen, besser mit dem Alltagsstress umzugehen und wieder gelassener zu werden. Unterstützend können gezielte physiotherapeutische Übungen für die Kaumuskulatur helfen, diese zu lockern. Leidet ein Mensch unter einer ernsthaften psychischen Erkrankung, sollte er unbedingt einen Therapeuten aufsuchen.

Autor: Heilpraktiker Felix Teske

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Sascha Krüger
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