Analabszess und Analfistel

Analabszesse sind entzündliche Eiteransammlungen im Bereich des Afters. Sie machen sich durch starke Schmerzen und – sofern sich der Abszess öffnet – mit Eiterauflagen auf dem Stuhl bemerkbar.

Die Therapie sieht eine chirurgische Öffnung des Abszesses vor. Analfisteln entstehen meist aus Analabszessen, die sich selbst geöffnet und nicht, oder nur unzureichend ausgeheilt sind.

Die Ursachen sind zwar nicht gänzlich geklärt, doch sie lassen sich nicht eindeutig auf eine unzureichende Analhygiene zurückführen. Da Analabszesse zu Fistelbildung führen können, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen der Beschwerden abzuklären.

Analfisteln machen sich zusätzlich durch starken Juckreiz bemerkbar, außerdem sind sie schmerzhaft. Analfisteln, die sich aus dem Abszess bilden, sind röhrenförmige Verbindungen zwischen der entzündeten Drüse und der äußeren Afterhaut. Im Kanal sammelt sich Eiter, der sich dann mit dem Stuhl vermischt ausgeschieden wird. Meist heilt eine Analfistel nach einer Operation vollständig ab. Die Dauer des Heilprozesses beträgt einige Woche bis einige Monate.

Ursachen von Analabszessen

Die Ursachen für die Entstehung von Analabszessen sind nicht gänzlich bekannt, doch es wird bestätigt, dass häufige Verstopfung, Durchfall, sowie Hämorrhoidalbeschwerden grundlegend daran beteiligt sind. Ein erhöhter Sphinktertonus schädigt die Analschleimhaut und macht sie so gegenüber Erkrankungen und Entzündungen anfälliger.

Personen, mit bestimmten Sexualpraktiken, wie z.B. Analverkehr haben ein erhöhtes Risiko, an Analabszessen zu erkranken. Im Analbereich befinden sich spezielle Drüsen, die so genannten Proktodealdrüsen. Diese Drüsen sondern ein Sekret ab. Die Drüsenöffnungen kommen häufig mit Kot in Kontakt, die Öffnungen können sich verunreinigen, oder verstopfen. So entsteht eine Entzündung, durch die eine Eiterbildung angeregt wird.

Analfisteln entstehen immer aus Analabszessen. Die röhrenförmige Verbindung zwischen entzündeter Drüse und äußerer Afterhaut füllt sich mit Eiter aus den Abszessen. Das Sekret wird dann mit dem Stuhl vermischt und nach Außen transportiert. Die Fistelöffnung kann sich auch im Inneren des Afters verbergen. Übertriebene Analhygiene, insbesondere wo auch Seifen, feuchtes Toilettenpapier, Intimsprays und Intimlotionen verwendet werden, bringen die Enddarmschleimhaut durcheinander. Auch in diesem Fall kann es zu Abszessbildung kommen.

Analabszessen und die Symptome

Analabszesse machen sich durch Schmerzen beim, oder nach dem Stuhlgang bemerkbar. Zudem ist, sofern sich der Abszess selbst öffnet, eine Eiterauflage auf dem Stuhl festzustellen. Leichtes Fieber, Rötungen und Schwellungen in der Afterregion sind weitere Symptome für Analabszesse.

Analfisteln zeigen sich durch starken Juckreiz, Verschmutzungen der Unterwäsche, Eiter- und Sekretauflagerungen auf dem Stuhl, Nässen und häufig auch durch Schmerzen insbesondere nach dem Stuhlgang. Um die Erkrankung so gut wie möglich in den Griff bekommen zu können, empfiehlt es sich, bei den ersten Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Die Abszesse und Fisteln werden unter Narkose (meist durch Spinalanästhesie) geöffnet und gesäubert.

Analabszessen – Diagnose und Therapie

Für die Diagnose sind Beschwerden, Krankheitsgeschichte und körperliche Untersuchungen notwendig. Der Arzt betastet die Afterregion mit dem Finger, um Schwellungen, oder Fisteln aufzuspüren. In vielen Fällen können eine Proktoskopie und eine Sondierung erforderlich werden. Im Falle von tiefer liegenden Fisteln wird eine Magnetresonanz-Thomographie durchgeführt. Hierbei werden alle Fistelgänge sichtbar. Vor einer Operation ist dies sehr wichtig, um alle Analfisteln öffnen zu können. So werden dem Patienten weitere Operationen erspart. Ist aufgrund von bestimmten Kriterien (z.B. Herzschrittmacher) eine MRT nicht möglich, so werden die Fistelgänge mittels einer speziellen Sonde aufgespürt. Diese Untersuchung erfolgt unter Narkose.

Ziel der Therapie ist, es, alle Abszesse und Fistelgänge aufzuspüren, zu öffnen und zu reinigen. Abszesse werden breit gespaltet, um ein Ableiten des Eiters zu ermöglichen. Damit die Entzündungen sich nicht weiter ausbreiten können, werden im Rahmen des Eingriffes alle Abszesse und Fistelgänge geöffnet. Analfisteln müssen vollständig entfernt werden. Je nach Größe und Lage können relativ große Wunden entstehen. In der Nachsorge gilt das Hauptaugenmerk der Analhygiene.

Die Analregion muss mehrmals täglich mit lauwarmem Wasser ausgeduscht werden, um ein Eindringen von Keimen in die Wunde zu verhindern. Im Rahmen der Fistelentfernung wird oft ein Faden in den Fistelgang gelegt, dessen beiden Enden am Fistelausgang verknotet werden. Dieser Faden nennt sich Fadendrainage und dient dazu, Resteiter aus der Wunde nach Außen zu leiten. Der Faden verbleibt etwa 3 Monate lang im Fistelgang. Danach wird er entfernt und die Fistel wird verschlossen. Fisteln, die nicht operiert werden, nehmen einen chronischen Verlauf. Es kommt immer wieder zu neuen Abszessen und es können auch neue Fisteln entstehen. Dies bedeutet für die Betroffenen noch mehr Schmerzen, und noch unangenehmere Folgen. Durch Gabe von Antibiotika kann der Entzündung zur Leibe gerückt werden. Eine alleinige Behandlung mit Antibiotika reicht jedoch nicht aus.

Verlauf von Analabszessen

Analabszesse, die man selbst durch drücken – wie bei einem Pickel – öffnet, oder die sich selbst öffnen und entleeren nehmen häufig einen Verlauf, der in der Fistelbildung mündet. Werden auch diese nicht rechtzeitig operiert, kann die Erkrankung einen chronischen Verlauf nehmen. Abszesse, die sich im Gewebe verteilen, weil das Sekret nicht vollständig nach Außen treten kann, können auch eine lebensbedrohliche Sepsis verursachen. Hierzu führt auch eine nur ungenügende Öffnung der Abszesse.

Mangelnde Hygiene nach einer Abszessöffnung kann ebenfalls zu weiteren Entzündungen führen. Deshalb gilt: die postoperative Nachsorge genau nach Anweisung des Arztes durchzuführen und auf eine gute Wund- und Analhygiene zu achten.

Vorbeugung durch Analhygiene

Ein gezieltes Vorbeugen ist leider nicht möglich. Auch Menschen, die sonst eine sehr gute Analhygiene betreiben, können an Analabszessen erkranken. Eine übertriebene Toilettenhygiene schadet auch mehr, als dass sie hilft. Um die überaus empfindliche Anal- und Darmschleimhaut zu schonen, verzichten Sie bitte auf Feuchttücher, feuchtes Toilettenpapier, Intimsprays, Intimlotionen und auf Seifen mit Duft- und Konservierungsstoffen. Wer nicht ohne Seife im Analbereich auskommt, sollte besser auf medizinische Produkte zurückgreifen. In den Apotheken sind spezielle Waschlotionen erhältlich, die frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind. Sie eignen sich auch für die Verwendung an der empfindlichen Schleimhaut.

Quelle: Hajnalka Prohaska – Contentwelt.de

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