Überängstlichkeit bei Kindern und Jugendlichen

Angst ist etwas Natürliches und hilft uns dabei, Gefahren richtig einzuschätzen und somit gefährliche Situationen zu vermeiden. In ihrer Entwicklung durchleben Kinder je nach Alter verschiedene Angstphasen. Gerade in dieser Zeit ist wichtig, dass die Eltern ihnen zur Seite stehen und ihnen das Gefühl von Geborgenheit als auch Sicherheit geben.

Die Abgrenzung zwischen Ängstlichkeit und Überängstlichkeit ist nicht einfach, allgemein wird jedoch davon gegangen, dass Überängstlichkeit vorliegt, wenn die Angst ohne einen konkreten Auslöser stetig auftritt.

In diesem Fall liegt eine sogenannte Angststörung vor, die unbedingt bekämpft werden muss. Anderenfalls könnte das Kind dazu neigen angstauslösende Situationen zu vermeiden, dies würde langfristig zu einer verschlechterten Lebensqualität führen. Um diesen Kreis zu durchbrechen, bedarf es teilweise professioneller Hilfe, manchmal reicht es aber auch aus, wenn die Eltern selbst die Ursachen für die Überängstlichkeit feststellen und diesen gezielt entgegen wirken. Prinzipiell sollte hierfür aber erst mal in die Art der Angst unterschieden werden.

Arten der Überängstlichkeit erkennen

Prinzipiell kann die Angst in viele Arten unterschieden werden. Eine der häufigsten verbreiteten Angst bei Kindern ist die sogenannte Trennungsangst. Bei der Trennungsangst haben Kinder Angst, wenn die Hauptbezugsperson sie verlässt. Dieses Verhalten tritt in der Regel dann auf, wenn Kinder erstmalig von ihrer Bezugsperson getrennt werden. Typische Beispiele für Auslöser sind Krankenhausaufenthalte aber auch der erstmalige Kindergartenbesuch. Ebenso kann der Tod einer nahen Person dazu führen, dass Kinder an Trennungsangst leiden.

Kinder die unter Trennungsangst leiden, suchen immer nach dem körperlichen Kontakt zu ihrer Bezugsperson, halten oft die Hand, klammern und lassen die Bezugsperson nie allein, teilweise wird sogar der Gang zur Toilette verwehrt.  Kurzzeitig ist dieses Verhalten unbedenklich, wenn es aber über längere Zeit, Psychologen meinen hier einen Zeitraum von über 4 Wochen, anhält und von Nebenerscheinungen wie beispielsweise  Alpträume als auch körperliche Beschwerden zum Beispiel in Form von Übelkeit begleitet wird, ist eine therapeutische Behandlung unumgänglich.

Neben der Trennungsangst leiden viele Kinder auch unter der sogenannten Panikangst mit oder ohne Agoraphobie. Typisch für die Panikangst sind Symptome wie ein erhöhter Herzschlag aber auch ein Schwindel- oder Erstickungsgefühl. Betroffene Kinder bekommen durch einen bestimmten Auslöser eine Panikattacke, falls dieser Auslöser immer an einem bestimmten Ort auftritt, liegt Agoraphobie vor. Die Folge hiervon ist, dass Kinder einen bestimmten Ort bewusst meiden und so in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind. Teilweise beruht Agoraphobie auf einer Vorgeschichte. Wenn Kinder ein traumatisches Erlebnis mit einem Ort verbinden, als wie Beispiel sei hier ein Krankenhaus genannt,  dann meiden sei diese Objekte. Ihnen ist es dann unter Umständen nicht einmal mehr möglich andere Personen im Krankenhaus zu besuchen.

Neben den bereits erwähnten Ängsten gibt es auch noch die soziale und die spezifische Phobie. Eine soziale Phobie bezieht sich auf die Angst sich vor anderen zu blamieren, sie ist häufig mit der Begleiterscheinung Zittern, Schwitzen und einem erhöhten Puls verbunden. Typische Beispiele für die soziale Phobie sind in der Schule zu finden. Viele Kinder haben Angst, im Mittelpunkt zu stehen und können beispielsweise nur unter Angstzuständen vor anderen turnen, einen Vortrag halten oder ein Lied singen. In extremen Fällen führt diese Phobie zur vollständigen Leistungsverweigerung und somit zu schulischen Problemen. Aus diesem Grund darf diese Phobie nicht ignoriert werden, falls notwendig muss eine qualifizierte Hilfe in Anspruch genommen werden.

Die spezifische Phobie bezeichnet eine Angst vor einem bestimmten Objekt beziehungsweise vor einer bestimmten Situation. Sie umfasst beispielsweise die Höhenangst, die Angst vor Dunkelheit aber auch die Angst vor Spinnen oder anderen Tieren. Behandlungsbedürftig sind solche Phobien dann, wenn diese Angst das tägliche Leben maßgeblich beeinflusst. Ängste führen häufig auch zu Zwängen und werden von sogenannten Zwangshandlungen begleitet. Als Beispiel hierfür das zwanghafte Händewaschen zu nennen was bei einer Überängstlichkeit bezüglich einer Infektion auftritt.

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Welche Ursachen gibt es für Überängstlichkeit bei Kindern?

Um die Überängstlichkeit langfristig zu bekämpfen beziehungsweise vorab zu verhindern, sollten Eltern wissen wie Ängste entstehen. Prinzipiell kann ein Angst entwicklungsbedingt sein, dies tritt bei Kindern beim Übertritt in einen anderen Lebensabschnitt auf. Typische Beispiele hierfür sind der erste Kindergartenbesuch als auch die Einschulung. Ebenso fällt die Erkenntnis der Machtlosigkeit zu einer entwicklungsbedingten Angst, ein typisches Beispiel hierfür ist die Angst vor Donner und Blitz.

Trotzdem ist auffällig, dass gleichaltrige Kinder in verschiedenen Situationen unterschiedlich ängstlich reagieren. Dies ist damit zu begründen, dass die Angst nicht nur entwicklungsbedingt ist, sondern auch eine ängstliche Veranlagung vererbt aber auch anerzogen wird. Somit ist ein Kind mit ängstlichen Eltern für die Überangst anfälliger. Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder eine vernünftigen Angstbezug haben. Kinder ohne Angst sind für Unfälle sehr anfällig, Kinder mit zuviel hingegen werden in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

Autor: Heilpraktiker Felix Teske

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