Was ist eine Frühgeburt?

Im Normalfall dauert eine Schwangerschaft 40 Wochen, die Geburt sollte dann also 280 Tage nach der letzten Menstruation erfolgen. Eine Geburt, die vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche stattfindet, wird daher als Frühgeburt bezeichnet. Bis vor wenigen Jahrzehnten standen die Überlebenschancen der so genannten Frühchen noch sehr schlecht. Selbst Frühgeborene mit einem Körpergewicht von unter 1.500 g haben heute deutlich höhere Überlebenschancen.

Grundsätzlich wird allerdings davon ausgegangen, dass Kinder, die vor der 22. Schwangerschaftswoche auf die Welt gekommen, wenig bis nahezu gar keine Überlebenschancen haben. In so einem Fall orientieren sich die Ärzte am körperlichen Entwicklungsstand des Frühchens und entscheiden dann, ob lebensrettende und erhaltende Maßnahmen unternommen werden. In der Regel liegen die Überlebenschancen in so einem frühen Stadium der Geburt bei unter 5 Prozent, da zum Beispiel die Entwicklung der Lungenreife erst mit Beginn der 24. Schwangerschaftswoche einsetzt.

Auch Kinder, die vor der 25. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblickt haben, tragen ein höheres Risiko, Spätfolgen oder eine schwere Behinderung davonzutragen. Sehr häufig treten in diesem Zusammenhang neurologische Störungen, Entwicklungsstörungen, Krampfanfälle, Seh- und Hörschäden, sowie chronische Lungenschäden auf.

Zwischen der 22. und 24. Schwangerschaftswoche steigen die Überlebenschance des Kindes bereits 10-50 Prozent, wobei allerdings die Hälfte der Frühchen in diesem Stadium auch noch erhebliche Langzeitfolgen haben können.

Ab der 24. Schwangerschaftswoche, also mit Entwicklung der Lungenreife, liegen die Chancen bei 60-80 Prozent und die Gefahr für Langzeitschäden sinkt mit jedem Tag.

Das Risiko einer Frühgeburt nimmt bei gewissen Faktoren zu

Eine Frühgeburt ist jederzeit möglich und muss nicht zwangsläufig nur die Risikogruppen treffen. Trotz allem lassen sich eine gehäufte Anzahl von Frühgeburten beobachten, wenn gewisse Faktoren eine Rolle spielen. Das Risiko, eine Frühgeburt zu erleiden, nimmt bei Schwangeren zu, die das 30. Lebensjahr vollendet haben und Erstgebärende sind.

Körperliche Belastung und schlechte Ernährung spielen in dem Prozess ebenso eine Rolle und sollten vermieden werden. Die Medizin unterscheidet zwischen zwei Gruppen: Allgemeine Risikofaktoren und lokale Risikofaktoren. Die vorher benannten Risiken zählt zu den allgemeinen Faktorengruppen, aber auch bestehende Erkrankungen der Schwangeren, wie Diabetes oder Bluthochdruck, bezeichnet man als allgemeine Risikofaktoren. Entscheidend ist auch das Körpergewicht der werdenden Mutter, denn ist es zu niedrig, so erhöht sich das Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden.

Nikotinkonsum und Infektionskrankheiten können ebenso zu einer Frühgeburt führen. Lokale Risikofaktoren beziehen sich auf den Zustand der Gebärmutter und der Scheidewand. Anomalien oder Myome (gutartige Verwachsungen) in der Gebärmutter, eine Veränderung der Scheidewand, Infektionen am Gebärmutterhals oder ein unzureichender Verschluss des Muttermundes können zu einer Frühgeburt führen.

Zuviel Fruchtwasser, eine veränderte Lage oder auch ein vorzeitiger Blasensprung können eine Frühgeburt verursachen.

Fernarzt

Es ist ratsam während einer Schwangerschaft auf seinen eigenen Körper zu achten und alles von ihm fernzuhalten, was dem Kind schaden könnte. Nikotinkonsum, Alkohol und übermäßige körperliche Belastung sollten vermieden werden.

Vorbeugung ist auch gegen eine Frühgeburt möglich

Bei dem heutigen Stand der Medizin ist es möglich, auch sehr frühgeborene Kinder zu retten und ihnen ein normales Leben zu garantieren. Aber in gewissem Maße ist es auch möglich, einer Frühgeburt vorzubeugen. Bei einer Schwangerschaft befindet sich der Körper einer Frau in einem Ausnahmezustand, nicht nur hormonell gesehen.

Daher müssen die Lebensumstände in ausreichendem Maße angepasst werden. Zum einen ist es ratsam, die Ernährung während einer Schwangerschaft umzustellen, da eine mangelhafte Ernährung ebenfalls das Risiko erhöht, eine Frühgeburt zu erleiden. Zum anderen sollten die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wahrgenommen werden, denn nur dann ist eine ausreichende medizinische Betreuung während der Schwangerschaft gewährleistet. Bei den gynäkologischen Untersuchungen werden von vorneherein eventuelle Infektionen oder Anomalien festgestellt oder gänzlich ausgeschlossen.

Normalerweise kündigt sich eine Frühgeburt durch vorzeitige Wehen oder einen verfrühten Blasensprung an. Im Falle der vorzeitigen Wehen können spezielle Wehenhemmer eingesetzt werden, das sind spezielle Medikamente, die Kontraktionen der Gebärmutter unterbinden. Die Ursache der frühzeitigen Wehenbildung kann durch diese medikamentöse Behandlung nicht gestoppt werden, wird aber verzögert, so dass der Embryo weiter ausreifen kann.

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