Demokratischer Erziehungsstil

Die klassische Konstellation, wenn es in einer Gruppe verschiedene Interessen oder Vorschlage gibt und man irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner kommen muss: Die Familie hat am Wochenende frei und will auf alle Fälle etwas unternehmen. Einig sind sich alle lediglich in einem Punkt: Nur nicht zu Hause bleiben bei diesem herrlichen Wetter!

Es kommt zur familiären Abstimmung. Wer will in den Zoo, wer will an den Baggersee?  Tochter, Mutter und Vater plädieren für den Baggersee, der Sohn will zu den Tieren. Das Ergebnis ist eindeutig. Der Sohn mault noch einen Moment, fügt sich aber. Es war ein ganz demokratischer Vorgang.

Gemeinsam auf Augenhöhe – der demokratische Erziehungsstil schafft Gleichberechtigung

Natürlich ist nicht allein solche Szene mit einem demokratischem Erziehungsstil zu verbinden. Aber es werden zunächst alle Bedürfnisse oder Wünsche aufgenommen, um darüber zu befinden. Und wie  es in der politischen Demokratie Praxis ist, so wechseln von Fall zu Fall die Mehrheiten. Das Ergebnis ist Ausgeglichenheit bzw. Ausgewogenheit. Was ja für einen demokratischen Erziehungsstil nur gut sein kann.

Hier werden wichtige Entscheidungen mit den Eltern gemeinsam besprochen und entschieden. Eine Hierarchie, ein Oben und Unten sind sekundär. Wichtig sind die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder und wie sie mit den Vorstellungen der Eltern in Einklang gebracht werden können. Und auch umgekehrt. Gerade dies macht diesen Erziehungsstil auch so anspruchsvoll, bei dem auf Augenhöhe miteinander umgegangen wird.

Mit dem demokratischen Erziehungsstil zu mehr Autorität und Freiheit

Demokratisch heißt aber auch, die Kinder einfach Kinder sein zu lassen und sie nicht allzuviel vor Alternativen zu stellen, wenn  es um verschiedene Interessen geht. Abwägungen zu treffen müssen sie im späteren Leben noch genug. Das ausgewogene Verhältnis von Autorität und Freiheit zeichnet einen demokratischen Erziehungsstil aus. Indem die Eltern ständig mit dem Kind kommunizieren und sich in Interaktion mit ihm befinden, entwickelt sich ein starkes Vertrauensverhältnis und das Kind kann sich vor allem Einfühlungsvermögen und einen komplexen Sprachstil aneignen, was ihm u.a. erlaubt, auf Andere unterschiedlichen Charakters, Temperaments usw. zugehen zu können. Somit reifen erste soziale Kompetenzen heran, die im späteren Leben so wichtig sind.

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Soziale Kompetenz beinhaltet Verständnis gegenüber den Mitmenschen, Einfühlungsvermögen (Empathie), Kooperationsbereitschaft, Kritikfähigkeit (aktiv und passiv) und Bereitschaft, sich in  eine Gruppe/Team einzubringen. Das hat nichts mit Unterwürfigkeit zu tun. Es zeugt vielmehr von emotionaler und mentaler Stärke, wenn man sich seiner Rolle innerhalb eines sozialen Gefüges und seiner mitgestaltenden Wirkung bewusst ist.

Autor: Heilpraktiker Felix Teske