Das Basaliom – der weiße Hautkrebs

Die Haut kann an verschiedenen Krebserkrankungen leiden. Die häufigsten dabei sind malignes Melanom, Stachelzellkarzinom sowie das Basalzell-Karzinom. Auf diese drei Krebsarten richtet sich in erster Linie die Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung beim Hautarzt.

Während das maligne Melanom eine Wucherung der Pigmentzellen darstellt, was sehr selten und auch hoch gefährlich ist, ist das Basalzell-Karzinom (=Basaliom) die häufigste Hautkrebserkrankung. Das Basaliom wird übrigens genau wie das Stachelzell-Karzinom „weißer Hautkrebs“ genannt. Das Basaliom ist auf der gesamten Haut zu finden. Indes sind rund 80 % der Tumore im Kopfbereich angesiedelt. Gesicht, Nacken und die Ohren sind die häufigsten Stellen, an denen sich ein Basaliom entwickelt.

Mediziner sind davon überzeugt, dass lange zurückliegende Hautverbrennungen durch zu starke Sonneneinstrahlung (zum Beispiel in den Kinder- und Jugendtagen) Hauptursache für den zeitlich stark nach hinten geschobenen Ausbruch der Krankheit sind.

Inhaltsverzeichnis

Gründe zur Entstehung des Basalioms (weißer Hautkrebs)

Die häufigste Ursache für die Entstehung eines Basalioms ist eine zu hohe zu hohe ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung). Die Zellteilung und die gesamte Entwicklung von Hautzellen wird durch das hinterlegte Erbgut im Kern der Zelle aktiv gesteuert. Aggressive UV-Strahlung hat die Kraft, dieses gesunde Erbgut nachhaltig zu beschädigen. Die Schädigung drückt sich dadurch aus, dass einzelne Zellen eine krankhafte Zellteilung durchlaufen. Die Teilung hört nicht mehr auf, was den Charakter der Krebszelle umschreibt.

Das körpereigene Abwehrsystem hat zwar einen wirksamen Mechanismus, um solche stark wuchernden Zellen zu eliminieren. Doch manchmal schafft es eine der veränderten Zellen dennoch durch die Abwehr-Kontrolle und wuchert ungehindert in der Haut. Die UV-Strahlung der Sonne und auch die künstliche UV-Strahlung vom Solarium sind nachgewiesene Ursachen für die Bildung von Hautkrebs. Die Veränderung innerhalb der Zellkerne durch die UV-Strahlung ist ein ganz spezifischer Faktor bei der Entwicklung von weißem Hautkrebs.

Schädlichkeit von Sonnenlicht für die Haut

Wer sich mit dem Thema Hautkrebs beschäftigt und erfährt, dass Sonnenlicht der Hauptgrund für die Entstehung ist, fragt sich, ob Sonnenstrahlung generell ungesund ist. Das ist jedoch nicht der Fall. In gesunden Maßen genossen sorgt Sonnenlicht für Wohlbefinden. Außerdem hilft Sonnenlicht dem Körper dabei, das lebenswichtige Vitamin D zu bilden, das in den Knochen eingelagert für Stabilität sorgt. Sonnenlicht nimmt Einfluss auf den Kalziumhaushalt im Körper und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sogar im körpereigenen Schutzmechanismus unterstützt Sonnenlicht die Krebszellenabwehr. Und das gilt auch für Hautkrebs.

Fakt ist: Sonnenlicht in Maßen ist für den gesunden Stoffwechsel zwingend erforderlich, Sonnenlicht in extremen Ausmaßen genossen kann schädliche Folgen wie Hautkrebs nach sich ziehen.

Weitere Gründe für die Entstehung von weißem Hautkrebs

Neben der UV-Strahlung spielen genetische Veranlagung und Belastungen aus der Umwelt eine Rolle. Menschen mit heller Haut (Hauttyp 1 oder Hauttyp 2) erkranken häufiger an einem Basaliom, als Menschen der Hauttypen 3 und Hauttyp 4. Sehr selten sind die genetischen Störungen der Mondscheinkrankheit (Xeroderma pigmentosum) und des Gorlin-Goltz-Syndroms Ursache der Erkrankung.

Ebenfalls eine krankheiterzeugende Wirkung auf den Körper hat Arsen. Selbst Jahre später, nachdem der Mensch mit dem Giftstoff in Kontakt gekommen ist, kann es zum Ausbruch der Krankheit kommen. Darüber hinaus gibt es einige Medikamente, die in Zusammenhang mit einer Organtransplantation eingenommen werden müssen, die schädigende Auswirkungen auf das Erbgut von Hautzellen haben können. Und nicht zuletzt sind Menschen, die im Beruf beispielsweise im Straßenbau tätig sind und mit Teer arbeiten, einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an weißem Hautkrebs zu erkranken.

Hauttypen und Gefährdung der Haut durch UV Strahlen

Die unterschiedlichen Hauttypen sind verschieden stark gefährdet, an dem weißen Hautkrebs zu erkranken
Bildquelle: Tom Wang / Shutterstock.com

Im Jahr 1975 entwickelte der amerikanischer Hautarzt Thomas Fitzpatrick eine Klassifikation für unterschiedliche Hauttypen. Mit Hilfe dieser Hauttypen sollte man dann eine Klassifikation für die Anfälligkeit für Sonnenbestrahlung ableiten, die wichtig ist zur Prävention des weißen Hautkrebses. Dabei hatte er ausschließlich weißhäutige Menschen im Blick. Hierfür entwickelte er vier Kategorien. Erst später kamen zwei weitere Kategorien für braune Haut und schwarzer Haut hinzu.

Der wichtigste Punkt, der bei der Bestimmung eines Hauttyps beachtet wird, ist die Farbe der unbestrahlen Haut im Tageslicht. In geringem Maße haben auch das Bräunungsverhalten und die Sonnenbrandneigung Einfluss auf die Einstufung des Hauttyps. Die zuverlässige Bestimmung eines Hauttyps lässt sich durch die Messung des Eumelanin-Anteils in der Haut erreichen.

Im Allgemeinen wird in unseren mitteleuropäischen Breitengraden zwischen vier verschiedenen Hauttypen unterschieden. Es sind die Hauttypen I, II, III und IV. Die vier Hauttypen lassen sich klar charakterisieren und beschreiben.

Hauttyp 1

Die unterschiedlichen Hauttypen sind verschieden stark gefährdet, an dem weißen Hautkrebs zu erkranken
Bildquelle: Tom Wang / Shutterstock.com

Kennzeichnend für den Hauttyp 1 sind helle Hautblonde oder rote Haare sowie blaue Augen. Dieser Typ kann seine Haut rund 10 Minuten ohne Hautschutz im Hochsommer ungeschützt der Sonne aussetzen. Bei längerer Bestrahlung treten bereits erste Rötungen auf. Dieser Hauttyp wird auch als keltischer Typ bezeichnet.


Hauttyp 2

Hauttyp 2
Die unterschiedlichen Hauttypen sind verschieden stark gefährdet, an dem weißen Hautkrebs zu erkranken
Bildquelle: Tom Wang / Shutterstock.com

Menschen mit dem Hauttyp 2 haben im Vergleich zu Menschen mit dem Hauttyp 1 eine etwas dunklere Hautblonde oder rote Haare und blaue Augen. Setzen Sie ihre Haut mehr als 20 Minuten ungeschützt der Sonne aus, rötet sich diese und erste Schäden treten auf. In Nordeuropa lebende Menschen, aber auch ein großer Anteil von Mitteleuropäern lassen sich dem so genannten Nordischen Typ zuordnen.


Hauttyp 3

Hauttyp 3
Hauttyp 3 erkannt man an hell- bis mittelbrauner Haut und dunkelblondem bis dunkelbraunem Haar. Bildquelle: Michelangelo Gratton / Shutterstock.com

Menschen mit dem Hauttyp 3 haben überwiegend dunkles Haar, braune Augen und eine mittelhelle Haut. Menschen dieses Hauttyps können Ihre Haut maximal 30 Minuten ungeschützt der Sonne aussetzen, ohne Hautschäden zu riskieren. Der Hauttyp 3 heißt auch Mischtyp.


Hauttyp 4

Hauttyp 4 hat dunkle oder olivfarbene Haut und braune oder schwarze Haare Bildquelle: BestPhotoStudio / Shutterstock.com

Besonderes Kennzeichen von Menschen mit dem Hauttyp 4 sind schwarze Haare, dunkle Haut und braune Augen. Die Haut dieses Typen verträgt 40 Minuten ungeschützte Sonnenbestrahlung. Zum Hauttyp 4 gehören mediterrane Staaten, folglich nennt man diese Kategorie auch den mediterranen Typ.


Gefahrenpotenzial der UV Strahlung erkennen und einschränken

Selbstverständlich gibt es von allen Hauttypen auch Mischformen und Zwischentypen. Außerdem sind noch die beiden Hauttypen V und VI zu nennen. Sie kommen jedoch bei uns verhältnismäßig selten vor und umfassen Menschen und Völker aus Arabien, Afrika, Südamerika, Asien und Australien. Generell lässt sich sagen, je heller die Haut, umso weniger UV-Licht verträgt sie. Einen absoluten und lückenlosen Schutz vor weißem Hautkrebs gibt es nicht. Da die UV-Strahlung der größte Risikofaktor bei der Entstehung von weißem Hautkrebs ist, sinkt die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung, je weniger die Haut der Sonne ausgesetzt wird.

Im Alltag ist es jedoch unklar, ab wann der Einzelne tatsächlich gefährdet ist. Bei Menschen mit dem Hauttyp 1 mögen vielleicht schon einige wenige Spaziergänge am Strand ausreichen, um die Haut nachhaltig zu schädigen. Andere Hauttypen nehmen hingegen selbst zwei sonnenstarke Sommerurlaube in der Südsee nicht übel. Wieder andere Hauttypen verzeihen den regelmäßigen Besuch im Solarium nicht.

Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor

Experten erheben den warnenden Zeigefinger und weisen ausdrücklich darauf hin, dass häufige Sonnenbrände das Risiko auf ein Basaliom erhöhen. Der allerbeste Schutz gegen zu starke Sonneneinstrahlung ist Sonnenschutzkleidung.

Selbst hochdosierte Sonnencremes filtern nur einen Teil der UV-Strahlung heraus. Unabhängig davon, was auf der Verpackung einer Sonnencreme steht, sollte diese mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad aufgetragen werden. Darüber hinaus ist ein Mindest-Lichtschutzfaktor von 20 zu empfehlen. Kinderhaut ist noch empfindlicher und entsprechend höher sollte der Lichtschutzfaktor ausfallen. Ein weiterer Trick, um die Gefährdung einzugrenzen ist, wasserfeste Präparate zu verwenden. Diese halten auch Schweiß stand. Generell sollte die Haut regelmäßig nachgecremt und auch wasserfeste Präparate nach dem Schwimmen erneuert werden.

Die meisten Sonnencremes haben chemische Bestandteile, die die UV-Strahlung absorbieren. Sie wandeln diese in Wärme um. Allerdings lösen Hautcremes mit chemischen Wirkmechanismen gelegentlich unangenehme Allergien aus. Die Alternative sind physikalisch wirkende Cremes. Sie erzeugen einen Sonnenschutz, indem sie die UV-Strahlung reflektieren, bevor diese auf die Haut auftrifft. Physikalische Sonnencremes entfalten ihre Wirkung sofort, können also unmittelbar vor einem Sonnenbad aufgetragen werden.

Grundsätzlich wirken After-Sun-Lotions nach einem Sonnenbad feuchtigkeitsspendend. Der hohe Wasseranteil hilft gegen trockene Haut. Ist bereits ein Sonnenbrand entstanden, sollten entzündungshemmende Präparate möglichst aus einer Apotheke Anwendung finden. Wenn die Haut aufgrund extremer Sonneneinstrahlung Blasen wirft oder der Körper gar mit Fieberschüben reagiert, ist unverzüglich der Arzt aufzusuchen.

Gerade wenn die Haut mit einem am hohen Lichtschutzfaktor versorgt ist, werden die Sonnenbadenden leichtsinnig. Beim Sonnenbad sollte man Maß halten. Statistiken zeigen, dass gerade diejenigen, die sich mit Sonnenschutz einreiben, zu lange in der Sonne bleiben. Grund hierfür ist, dass sie sich besser geschützt fühlen, als sie tatsächlich sind.

Gefährdung durch UV-Strahlung von Solarien

Eine ganze Reihe sonnenhungriger Menschen geht nicht nur im Winterhalbjahr auf die Sonnenbank. Auch im Solarium gilt im Prinzip dasselbe wie bei der natürlichen Sonne. Man sollte vermeiden, dass die Haut verbrennt. In einem guten Sonnenstudio erfolgt die Einstufung der Hauttypen nach den oben beschriebenen Kategorien I bis IV. Erst dann ist es möglich, die passende Sonnenbank auszuwählen. Die Besonnung sollte möglichst gering dosiert sein, da manche Sonnenbänke mit extrem stark wirkendem UV-Licht ausgestattet sind. Einige Hautärzte raten sogar generell davon ab, ein Solarium zu besuchen.

Ausnahmslos gilt unabhängig vom Hauttyp, dass man Rötungen von Sonneneinstrahlung vermeiden sollte. Über alle Hauttypen hinweg ist das Tragen von Kleidung, einem Sonnenhut und einer Sonnenbrille angebracht, um Hautschäden zu vermeiden. Auch Sonnencremes sollten ab den ersten warmen Frühlingstagen immer im Gepäck sein. Wenn möglich ist ein Besuch im Solarium zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Da die Gefährdung mit zunehmendem Alter an weißem Hautkrebs zu erkranken steigt, ist der beste Rat, den Hautärzte geben können: Jedermann ist für sich selber verantwortlich und sollte das Thema Sonnenschutz ganz besonders sorgfältig behandeln. Mit aufmerksamer Beobachtung der Hautreaktione finden Menschen jeden Hauttyps ihr individuelles Maß an Sonnenbestrahlung.

Untersuchungen auf weißen Hautkrebs

Hautuntersuchung
Untersuchungen eines Hautarztes auf weißen Hautkrebs sollten ab dem 35. Lebensjahr im zweijährigen Rhythmus stattfinden. Bildquelle: Asier Romero / Shutterstock.com

Untersuchungen eines qualifizierten Hausarztes oder eines Arztes für Haut- und Geschlechtskrankheiten auf weißen Hautkrebs sollten ab dem 35. Lebensjahr im zweijährigen Rhythmus stattfinden. Mündige Patienten sind deshalb dazu angehalten, sich regelmäßig zu einem Hautscreening bei einem Dermatologen ihrer Wahl anzumelden. Darüber hinaus ist die Selbstuntersuchung eine gute Möglichkeit, krankhaften Veränderungen der Haut schnell auf die Schliche zu kommen.

Das was in der Selbstuntersuchung als Sichtkontrolle zumindest einen ersten Anhaltspunkt über weißen Hautkrebs bringen kann, ist in Form eines Screenings ein systematisches Vergleichverfahren. Es wird konkret zum Auffinden von krankhaften Veränderungen der Haut angewendet und hat dabei den gesamten Körper im Fokus.

Das Ziel eines Screening im Rahmen der Hautkrebsfrüherkennung ist, die Lebenserwartung von Patienten zu erhöhen. Hautuntersuchungen zur Früherkennung von weißem Hautkrebs richten sich an die gesamte Bevölkerung. Das heißt also, dass Männer, Frauen und Kinder gleichermaßen untersucht werden, wobei das Krebsrisiko mit steigendem Alter anwächst und für die Generation 60+ besonders groß ist.

Voraussetzungen für ein Screeningprogramm für weißen Hautkrebs

Der Begriff Screening wird nur dann verwendet, wenn ganz bestimmte Kriterien erfüllt sind. Zum einen muss es sich um eine Krankheit handeln, die für die gesamte Bevölkerung ein besonderes hohes Maß an Bedeutung hat. Weißer Hautkrebs gehört in diese Kategorie. Die Krankheit muss behandelbar sein und sich bei früher Behandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit verbessern können. Im Rahmen eines Screenings werden speziell geschulte Ärzte eingesetzt, um mit großer Erfolgsquote und hoher Sicherheit feststellen zu können, ob weißer Hautkrebs vorliegt oder nicht. Im Idealfall sind Screeningprogramme zeit- und kostengünstig und belasten die Patienten nur geringfügig.

Aus Sicht des Gesundheitswesens ist es von großer Bedeutung, dass Screeningprogramme von der Bevölkerung angenommen werden. Deshalb werben Praxen und Gesundheitsämter für die Wahrnehmung eines Termins zur Hautkrebsvorsorge. Die Qualitätssicherung von Untersuchungen ist ebenfalls gewährleistet, so dass eine stetige Anpassung des Verfahrens durch neueste Erkenntnisse erfolgt.

Die Vorteile von Früherkennungsuntersuchungen

Wenn weißer Hautkrebs im Rahmen einer Untersuchung bereits früh entdeckt wird, ist er noch recht gut behandelbar. Die vollständige Heilung ist nicht nur mit verhältnismäßig geringem Aufwand möglich, sondern die Erfolgsquoten zur totalen Abheilung sind ebenfalls hoch. Im Falle von weißem Hautkrebs liegt die Quote bei 90 %. Ein früh erkannter weißer Hautkrebs beeinträchtigt die Lebensqualität relativ gering. Durch den zeitigen Eingriff kommt es in aller Regel nur zu kleinen Narben. Radikale Operationen oder eine Chemotherapie sind nicht erforderlich. Mit Blick auf die Kostenstelle ist zu verzeichnen, dass eine Behandlung der Krankheit im Frühstadium für die gesetzlichen Krankenkassen kostengünstig ist. Ein frühzeitig therapierter weißer Hautkrebs hat außerdem in vielen Fällen keinerlei Folgeschäden für den Patienten.

Krankheitsverlauf des Basalioms

Ein Basaliom wächst im Vergleich zu anderen Hautkrebsarten sehr langsam. Zunächst bildet sich eine harte Verdickung, die auch Basaliomperle genannt werden. Man erkennt den Tumor daran, dass sich neue, sehr zarte Blutgefäße um eine perlmuttfarbene Verhärtung bilden. Auch rote Flecken und gelb-rote pickelartige Hautpartien weisen darauf hin, dass eine krankhafte Veränderung im Gange ist. Die Basaliome prägen sich immer weiter aus und wachsen in tiefere Hautschichten hinein.

Im Anfangsstadium des Basalioms ist das Erkennen nicht einfach, da die Symptome einer typischen Akne oder einer Pickelbildung gleichen. Fällt dem Betroffenen jedoch auf, dass der Pickel nicht in ein oder zwei Wochen abteilt, ist es angezeigt, die Verwachsung sehr genau zu untersuchen. Zuerst in der Selbstuntersuchung und im Zweifel auch durch ein gezieltes Screening beim Hautarzt.

Wächst ein Basaliom ungehindert im Gesicht und befällt dabei die Augenpartie, die Nase oder Ohren, kann es erforderlich werden, Knorpel und Knochen sowie Organe zu amputieren. Die Ausweitung der Augenhöhle oder eine Amputation von Nase, Lippen und Ohr stellen die operativen Optionen dar. Ganz besonders wichtig ist die Nachkontrolle durch einen Hausarzt, denn im Bereich der Operationsnarben neigen die Zellen zur Neubildung von Tumoren.

Komplikationen im Krankheitsverlauf des Basalioms

Das Problem beim langsam wachsenden Basaliom ist, dass er sehr langsam in die Tiefe der Haut eindringt. Im Zuge des Wachstums zersetzt er Knorpel und einige Ausläufer ragen bis in tiefe Gewebeschichten hinein. Als Folge kommt es zu Entstellungen im Gesicht und auch lebenswichtige Strukturen im Kopf-Halsbereich können zerstört werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein Basaliom in der Nähe zu großen Blutgefäßen wie der Halsschlagader sitzt. Denn im weiteren Verlauf ist es durchaus möglich, dass der Tumor dieses überlebenswichtige Gefäß angreift.

Risikoeinschätzung von weißem Hautkrebs

Statistisch betrachtet ist weißer Hautkrebs eine seltene Krankheit. Zwar gehört sie zu den häufigsten Krebserkrankungen, doch sie kann glücklicherweise weder als Volkskrankheit noch als Epidemie eingestuft werden. Allerdings ist das Risiko, an weißem Hautkrebs zu erkranken, mit den Jahren messbar gestiegen.

Die Ursache dafür könnte sein, dass Menschen immer häufiger in südliche Urlaubsregionen fahren und sich mit zu geringem Schutz oder ganz ungeschützt der Sonne aussetzen. Hinzu kommt der Verfall der Ozonschicht. Ihre Schutzfunktion, nämlich schädliche UV-Strahlung von der Erde fernzuhalten, ist stark beschädigt. Die Sonnenbestrahlung ist weltweit aggressiver geworden. Man sagt „Die Haut vergisst nichts!” Diese Volksweisheit ergibt sich daraus, dass weißer Hautkrebs auch Jahre später ausbrechen kann, nachdem die Haut extremer UV-Bestrahlung ausgesetzt war. Die Zellkerne werden nachhaltig geschädigt. Es scheint erwiesen, dass nach besonders starken Sonnenbränden in jungen Jahren sich selbst dann Hautkrebs entwickeln kann, wenn in der Folge nur wenig Sonnenbestrahlung genossen wurde. Tatsächlich bricht der Krebs durch die Veränderungen im Erbgut aus und lässt eine Zelle krankhaft entarten. Die Haut hat die Schädigung nicht vergessen, selbst wenn die Rötung und die Schmerzen eines Sonnenbrandes schon längst abgeklungen sind.

Hauttypen, Alter und Sonnenbestrahlung als Risikofaktoren

Grundsätzlich muss man sagen, dass Menschen mit einem hellen Hauttyp eher und häufiger erkranken als Menschen, die einem dunklen Hauttyp zugeordnet sind. Außerdem spielt das Alter eine wesentliche Rolle. Personen ab dem 60. Lebensjahr sind besonders gefährdet. Ab dem 60. Lebensjahr erkranken fast doppelt so viele Männer wie Frauen am weißen Hautkrebs. In jüngeren Jahren bis zu einem Lebensalter von etwa 55, ist das Verhältnis umgekehrt. Wenn also ein höheres Alter, zahlreiche Sonnenbrände und ein heller Hauttyp zusammenkommen, begünstigt diese Konstellation die Gefahr, an weißem Hautkrebs zu erkranken.

Die genetische Komponente spielt eine eher untergeordnete Rolle. Es gibt zwar Erbkrankheiten, die weißen Hautkrebs verursachen, doch ihr Anteil ist verschwindend gering. Dennoch sollten Menschen, die in ihrer Familie Fälle von Hautkrebs haben, regelmäßig zum Screening gehen, um Hautkrebserkrankungen so frühzeitig wie möglich zu entdecken. Denn die Zeit ist die Wunderwaffe im Kampf gegen Basaliome. Je früher die Erkrankung entdeckt wird, umso höher ist die Chance, den weißen Hautkrebs vollständig zu besiegen. Die Heilungschancen liegen faktisch bei 90 % – eine sehr gute Quote.

Therapien gegen Basaliome (weißer Hautkrebs)

Hautkrebs Therapien
Im Idealfall kann das Basaliom komplett entfernt werden. Bildquelle: Image Point Fr / Shutterstock.com

Die Medizin hat eine ganze Reihe von Therapien gegen den weißen Hautkrebs entwickelt. Der Arzt schlägt die geeignete Therapieform vor. Je nach Krankheitsbild, Konstitution des Patienten und Krankengeschichte tragen einzelne Therapien oder Kombinationen davon fast immer dazu bei, den weißen Hautkrebs komplett zu besiegen. Die Erfolgschancen liegen zwischen 95% und 99% und sind damit so hoch wie fast nirgends sonst in der Krebstherapie.

Basaliome können verschiedenartig wachsen. Es gibt wulstige Basaliome, die eine halbkugelförmige Ausbildung haben, andere sind flach. Manche Basaliome sind pigmentiert, andere zeigen eine gelbliche Färbung. Dringt ein Basaliom tief in die Hautschichten ein, ist die Behandlung schwieriger, als bei flachem Hautkrebswachstum. Ob ein Basaliom vorliegt und ob es behandelt werden muss, bringt das Ergebnis einer Gewebeprobe ans Licht.

Fakt ist, dass jeder einzelne Therapieansatz die besten Erfolge hat, je früher er eingesetzt wird. Der Patient kann entscheidend zur Genesung beitragen, wenn er ein regelmäßiges Hautscreening oder einer Selbstuntersuchung durchführt. Je früher der Patient beim Arzt ist, desto schneller wird die Krankheit erkannt und kann erfolgreich behandelt werden.

Chirurgischer Eingriff mit höchsten Erfolgschancen

Die operative Entfernung von Basaliomen stellt immer noch die erste Wahl dar. Sie zeigt je nach Methode die größten Erfolge. Wenn ein Tumor wiederkehrt, sollte wenn möglich ein chirurgischer Eingriff zum Wegschneiden des bösartigen Tumorgewebes gewählt werden. Die Erfolgsquote ist am höchsten.

Die mikrographische Chirurgie sieht vor, dass beim Operieren ungefähr 2-5 mm Abstand vom Karzinom gehalten werden. Man schneidet also gesundes Hautgewebe mit ab, um die problematischen Zellen möglichst vollständig zu entfernen. Wenn es um Ersttumore geht, stehen die Heilungschancen bei der operativen Entfernung in einer Frist von fünf Jahren bei 99 %. Wiederkehrende Tumore können immerhin mit einer Erfolgsquote von 95 % komplett entfernt werden. Konventionelle chirurgische Eingriffe sehen einen größeren Sicherheitsabstand vor. Dieser kann bis zu 10 mm zum befallenen Gewebe betragen. Die Untersuchung der Ränder einer so durchgeführten Biopsie wird nur stichprobenartig gemacht, es besteht deshalb ein gewisses Restrisiko, dass nicht alle bösartigen Zellen entfernt wurden: In 2-5 % aller Fälle kommt es zu einem Rückfall.

Strahlentherapie bei einem Basaliom

Die Strahlentherapie ist die erste Alternative, die zum klassischen chirurgischen Eingriff gewählt wird. Bei der Strahlentherapie wird ein Tumor mit radioaktiver Strahlung behandelt. Eine Bestrahlung kommt dann infrage, wenn Tumore irreparabel sind oder Resttumore nach einer Operation zurückbleiben. Die Heilungschancen liegen bei 90 %, allerdings sind die ästhetischen Ergebnisse nicht optimal. Eine Hauttransplantation sorgt bei großflächigen Eingriffen dafür, dass die betroffenen Partien rekonstruiert werden können. Wenn möglich wird dabei körpereigene Haut verwendet, die bei kleinen Eingriffen direkt aus der umgebenden Haut mit unterschiedlichen Techniken über die Wunde gezogen wird.

Vereisung von kranken Hautzellen des Basalioms

Die Kryotherapie (Vereisung) ist für kleine und oberflächliche Basaliom bei älteren Patienten empfehlenswert. Auch Patienten, die in keinem guten gesundheitlichen Allgemeinzustand sind, profitieren von der Kryotherapie. Allerdings ist die Vereisung nicht ideal für wiederkehrende Tumore geeignet. Die Erfolgsquote ist nämlich vergleichsweise gering. Mindestens 13 % aller Patienten, deren wiederkehrende Tumore mit der Kryotherapie behandelt wurden, weisen innerhalb der nächsten fünf Jahre einen erneuten Rückfall auf.

Chemotherapie und Photodynamische Therapie

Auch die Chemotherapie ist bei inoperablen Tumoren eine Option. Eine Kombination aus oberflächlicher Hautcreme und systemischer Verabreichung von Medikamenten führt zur recht guten Ergebnissen. Die lokale Chemotherapie setzt eine ein- bis zweimonatige Behandlung mit Salben voraus. Diese kann insbesondere bei oberflächlichem weißen Hautkrebs erfolgreich eingesetzt werden. Große Tumore lassen sich mit der Injektionstherapie behandeln. Ziel ist, die Ausmaße des weißen Hautkrebes zunächst zu verkleinern, bevor im zweiten Schritt die chirurgische Entfernung ansteht. Eine Injektionstherapie dauert ungefähr drei Wochen.

Auch die Photodynamische Therapie zeigt recht akzeptabler Ergebnisse. Sie lässt sich insbesondere bei flachen bzw. nur an der Oberfläche wachsenden Tumoren anwenden. Ist das Basaliom jedoch verknotet oder dick, ist diese Methode nicht optimal.

Prävention von (weißem) Hautkrebs

UV-Index (UVI) und Hautkrebs

Viele Menschen genießen die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres ganz besonders, erfreuen sich am goldenen Licht eines sonnigen Herbsttages oder verfolgen gebannt das Schauspiel einer untergehenden Sonne über dem Meer. Sonnenstrahlen sind wichtig, wärmen Körper, Geist und Seele und bringen doch Gefahren mit sich. Kaum jemand, der noch nie unter einen Sonnenbrand gelitten hätte. Und je intensiver die Sonnenstrahlung ist, umso höher steigt das Risiko, an weißem Hautkrebs zu erkranken.

Der UV-Index

Um auszudrücken, wie intensiv aggressive UV-Strahlen sind, gibt es den so genannten UV-Index (UVI). Dieser gibt an, wie hoch das Maß der sonnenbrandwirksamen Sonnenstrahlen ist. Als Bezugsgröße dient dabei eine horizontale Fläche, die von der Sonne im Laufe eines gesamten Tages beschienen wird. Der UV-Index gilt international und ist in ganzen Zahlen zwischen 1 und 11 angegeben. In Deutschland ist das Bundesamt für Strahlenschutz für die Veröffentlichung der so genannten UVI-Prognose zuständig. Hier kann man die detaillierten Tageswerte abrufen und Vorhersagen erfahren.

Da die Angaben international anerkannt sind, ist eine UVI-Einstufung in Deutschland genauso zu werten wie derselbe Wert in Australien oder Südafrika. Als Richtschnur lässt sich sagen, dass in Deutschland im Sommer durchschnittliche Werte bis zu einem UVI von 8 erreicht werden. Diese können in extremen Regionen, wie z. B. in Hochgebirgslagen, höher ausfallen. Im Vergleich dazu reicht der Wert am Äquator in Meereshöhe bis zu einem UVI von 12. Hier ein schematischer Überblick über die internationale UVI-Skala.

UVIBelastungSonnenschutzmaßnahmen
1–2NiedrigAufenthalt im Freien gefahrlos möglich, kein Schutz notwendig
3-5
6-7
Mittel
Hoch
In der Mittagszeit direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, Kopfbedeckung und leichte Kleidung anziehen. Auftragen von Sonnencreme ist empfehlenswert, bei UVI 6 – 7 dringend empfohlen
8-10
11
Sehr hoch
Extrem hoch
In der Mittagszeit drinnen aufhalten, draußen nur im Schatten. Kleidung Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnenschutz durch Sonnencremes dringend erforderlich

Intensität von Sonnenstrahlen

Wie intensiv die Sonnenstrahlen sind, hängt vor allem vom Sonnenstand ab. In Abhängigkeit von den Jahreszeiten und den geographischen Daten variieren die Intensitäten. Hinzu kommen Ozonwerte, die Topographie des Ortes sowie die Höhenlage. Entgegen der landläufigen Auffassung, dass Wolken den UVI verändern, spielt dieser Faktor keine große Rolle. Eher das Gegenteil trifft zu: In speziellen Bewölkungssituationen ergibt sich eine Streu Strahlung, die im Vergleich zum UVI bei unbegrenztem Himmel zeitweise höher ausfallen kann.

Gefrorene Eisflächen, Schnee, Wasser und helle Sandflächen (Strand) maximieren die Strahlenintensität, denn die Reflexion wirkt verstärkend. Diese Umstände muss man berücksichtigen, wenn man Maßnahmen ergreifen möchte, um die Haut wirksam vor weißem Hautkrebs zu schützen. Im Zweifel sollte die Sonnenschutzmaßnahmen deshalb bevorzugt höher ausfallen, als für die eingeschätzte UVI-Klasse erforderlich.

Sonnenschutz zum Schutz der Haut vor UV Strahlen

Der weiße Hautkrebs ist die am häufigsten vorkommende Hautkrebsform und dient als Oberbegriff für das Basaliom (Basalzellkarzinom) und das Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) sowie deren Frühformen (Präkanzerosen). In den meisten Fällen wird der weiße Hautkrebs bei Patienten ab dem 50. Lebensjahr diagnostiziert, wobei er zumeist bei Männern oder hellhäutigen Menschen (Hauttyp I) vorkommt.

Solarien meiden zur Vorbeugung von weißem Hautkrebs

Solarium
Solarien lassen die Haut vorzeitig altern und bergen ein Risiko an weißem Hautkrebs zu erkranken. Bildquelle: maggee / Shutterstock.com

Viele Millionen Menschen lieben gebräunte Haut und das am besten rund ums Jahr. Sie besuchen Solarien und legen sich auf Sonnenbänke – und das obwohl diese unter dem Verdacht stehen, weißen Hautkrebs zu verursachen. Besonders empfindliche Menschen bekommen von ihrem Hautarzt gar ein Solarien-Verbot. Knapp 14 Millionen Deutsche besuchen Jahr für Jahr Sonnenstudios. Die künstliche Bräune verhilft Ihnen zu einem besseren Körpergefühl, sie meinen jünger, vitaler und attraktiver auszusehen. Deshalb benutzen sie Solarien gerade auch in den Monaten, in denen die natürliche Sonnenstrahlung zur Bräunung der Haut nicht ausreicht. Gesundheitliche Risiken und das gesteigerte Hautkrebsrisiko blenden sie komplett aus.

Eine Umfrage unter Studentinnen brachte ans Licht, dass junge Frauen Sonnenbänke nicht aufgrund von erhöhtem Hautkrebsrisiko vermeiden, sondern aufgrund der Tatsache, dass künstliche Sonne die Haut schneller altern lässt. Dieses Argument wirkte deutlich abschreckender. Da die künstlichen UV-Strahlen für Kinder und Jugendliche ganz besonders gefährlich sind, hat das Bundeskabinett Anfang 2009 sogar ein gesetzliches Solarienverbot für Minderjährige verabschiedet.

Die Wirkung unterschiedlicher UV-Strahlen

Sonnenlicht lässt sich in Wellenlängen aufteilen. Es gibt UVA-, UVB-und UVC-Strahlen. Die UVA-Strahlen sind langwellig und erreichen tieferer Hautschichten. Die Haut bräunt, baut aber keinerlei Schutz vor Sonnenbestrahlung auf. Allerdings schädigen UVA-Strahlen die Haut insofern, als dass sie den Alterungsprozess beschleunigen. Die Haut bekommt schneller Falten und wird schrumpelig, trocken und matt.

Ein großes Risiko bei künstlicher Bestrahlung durch Sonnenbänke ist, das diese aufgrund der bräunenden Wirkung oftmals ausschließlich langwelliges UVA-Licht abgeben. Da dieser Anteil viel zu hoch ist, sind die Folgen durch übermäßige Sonnenbestrahlung kaum abzusehen. Sicher ist jedoch, dass sie die Bildung von weißem Hautkrebs begünstigen.

Solarien für den Hausgebrauch

Sonnenbänke und Höhensonne, die Verbraucher für den Hausgebrauch kaufen können, weisen in aller Regel einen höheren Anteil von UVB-Strahlen auf, als Geräte in Sonnenstudios. UVB-Licht ist kurzwelliger als UVA-Licht und es dringt nicht so tief in die Haut ein. Genießt die Haut in geringer Dosierung UVB-Strahlung, kann sie eine Lichtschwiele entwickeln. Das erreicht sie durch die Verdickung der obersten Hautschicht. Die Lichtschwiele ist ein natürlicher Sonnenschutz für das darunter liegende Gewebe und die empfindlichen Zellkerne der Hautzellen.

Ausschließlich UVB-Strahlen sind in der Lage, diesen Schutzfunktionsmechanismus der Haut auszulösen. Sonnenbänke in Solarien strahlen jedoch kaum UVB-Licht aus. Aus diesem Grund ist es ein Märchen, dass man mit einem rechtzeitigen Besuch im Sonnenstudio die Haut auf die südliche Urlaubssonne vorbereiten könnte. Bekommt die Haut zu viel UVB-Strahlung, entsteht Sonnenbrand und das begünstigt die Bildung von weißem Hautkrebs. Die sehr kurzwelligen UVC-Strahlen sind äußerst aggressiv. In der Natur filtert die Ozonschicht sie komplett heraus und in Solarien kommen sie glücklicherweise überhaupt nicht vor.

Risiko Solarium

Wie oben ausgeführt, dringen UVA-Strahlen aufgrund ihrer Langwelligkeit tief in die Unterhaut ein. Das Bindegewebe leidet, Tränensäcke können entstehen und die Pigmentierung verändert sich. Altersflecken sind die Folge. Die Elastizität geht komplett verloren und die Haut wirkt wie gegerbtes Leder. Selbst bei geschlossenen Augen können langwellige UVA-Strahlen die Netz- und Bindehaut beschädigen. Neben der natürlichen Sonne sind Solarienbesuche ein Risikofaktor bei weißem Hautkrebs. Wer besonders helle Haut hat (Hauttyp 1) oder über mehr als 40 Pigmentflecken verfügt, muss besonders gut auf sich aufpassen. Ebenfalls kritisch ist der Besuch eines Solariums von Personen, die bereits eine Vorstufe von Hautkrebs haben oder hatten. Personen mit Fällen von Hautkrebs in der Familie sollten sich grundsätzlich fern von Solarien halten.

Risikogruppen auf einen Blick

Der Bundesverband der Deutschen Dermatologen beobachtet seit 15 Jahren die Krebsstatistiken in Verbindung mit der Nutzung von Sonnenstudios. Festgestellt wurde, dass in der Gruppe der Menschen ab Jahrgang 1985 eine eklatante Zunahme von Hautkrebs zu verzeichnen ist. Abschließend lässt sich sagen, dass es sechs Gruppen von Menschen gibt, die die Sonnenbank keinesfalls benutzen sollten:

  • Minderjährige
  • Menschen mit Hauttyp 1
  • Menschen mit mehr als 40 Pigmentflecken bzw. auffällig gefärbten/geformten Flecken
  • Patienten, die weißem Hautkrebs oder einer anderen Form von Hautkrebs hatten (oder Vorstufen davon)
  • Personen, die in jungen Jahren oft Sonnenbrand hatten
  • Menschen mit Transplantationsorganen

Kinderhaut und Sonne

Kinderhaut vor übermäßiger Sonne schützen
Babyhaut ist besonders gefährdet und muss extrem gut vor der Sonne geschützt werden. Bildquelle: Elena Stepanova / Shutterstock.com

Die empfindliche Kinderhaut benötigt einen ganz besonders sorgfältigen Schutz. Kinderhaut kann sich noch nicht so gut vor aggressiver UV-Strahlung schützen. Schäden, die in jungen Jahren an den Hautzellen entstanden sind, können später zu weißem Hautkrebs führen. Um den optimalen Sonnenschutz für Kinderhaut zu gewährleisten, können Eltern einiges tun.

Nach Untersuchungen der amerikanischen Akademie für Dermatologie sind rund 80 % aller schädlichen Sonnenbestrahlung in einem Alter bis zum 18. Lebensjahr entstanden. Die ersten Informationen in den Zellen können so nachhaltig geschädigt werden, dass Basaliome daraus entstehen können. Fest steht, dass jeder ungeschützte Aufenthalt in südlicher Sonne das Risiko massiv erhöht, später an weißem Hautkrebs oder anderen Hautkrebsarten zu erkranken. Die neuesten Studien belegen, dass bereits die geringe Anzahl von drei schweren Sonnenbränden bis zum 18. Lebensjahr dafür verantwortlich sind, das Hautkrebsrisiko um das 4 bis 5-fache zu erhöhen. Kinderhaut ist dünn und kann nicht so viel Melanin produzieren, wie die Haut eines erwachsenen Menschen.

Besonders wichtig: hoher Lichtschutzfaktor für Kinderhaut

Der Lichtschutzfaktor (LSF) zeigt an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut gegen UV-Strahlung erhöht. Der Lichtschutzfaktor ist dabei allerdings nur ein grober Richtwert. Hier ein Beispiel, um die Wirkungsweise zu verdeutlichen: Menschen mit einer Eigenschutzzeit von 20 Minuten können mit einer Sonnencreme des Lichtschutzfaktors 10 im Prinzip zehnmal so lange in der Sonne bleiben. Das entspricht einer Zeit von rund 3 Stunden. Dieser Wert wurde allerdings unter optimalen Laborbedingungen verglichen. In der Praxis sollte man den Lichtschutzfaktor jedoch nicht bis zum Letzten ausnutzen. Befindet man sich beispielsweise in höheren Berglagen oder direkt am Mittelmeer, strahlt die Sonne aggressiver und die Schutzzeit verringert sich.

Babys unbedingt vor Sonne schützen

Eine Reihe von Hautärzten empfiehlt Eltern, ihre Babys und Kinder generell nicht in die pralle Sonne zu lassen, bis sie mindestens zwei Jahre alt sind. Besser ist es, wenn die Kinder mit leichter Bekleidung versehen im Schatten spielen. Ist man mit dem Kind unterwegs, empfehlen sich Sonnenschirme oder Sonnensegel für den Kinderwagen.

Ein Sonnenhut und lange Ärmel sind genauso wichtig, wie der Sonnenschutz von freiliegenden Hautpartien an Händen und Füßen, Gesicht und Nacken – allerdings erst, wenn das Baby älter als zwölf Monate ist. Bei empfindlicher Babyhaut ist nämlich die Langzeitwirkung von chemischen UV-Filtern noch nicht ausreichend erforscht. Alternativ lässt sich Babyhaut mit einer Sonnenmilch schützen, die natürliche Mineralien zur Abwehr von UV-Strahlung benutzt.

Hut, Hemd und Hose fürs Baby

Um die wichtigsten Regeln für Kinderhaut in der Sonne zusammenzufassen, sollten vier Punkte beachtet werden. Babys und Kleinkinder sollten immer mit einem Hut, einem Hemd und einer Hose bekleidet sein. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, ist Sonnencreme zu verwenden, die die Babyhaut nicht belastet. In der Mittagszeit sollten sich Kleinkinder auf keinen Fall in der prallen Sonne aufhalten.

Leichte und luftige Kleidung ist ebenfalls ein wirkungsvoller Sonnenschutz. Dabei ist zu beachten, dass dunkle Kleidungsstücke einen höheren Schutz entfalten als helle. Das liegt daran, dass dunkle Farben weniger UV-Strahlung durchlassen. Übrigens ist die Farbe Gelb ein genauso wirksamer Sonnenschutz wie die Farbe Schwarz. Weiße Kleidung lässt immerhin noch bis zu 20 % an die zarte Babyhaut. Baumwolle ist besser als Kunstfaser und trockenes Gewebe besser als nasse Kleidung. Die Sonnenstrahlen durchdringen nasse Kleidung so gut, dass die doppelte Portion UV-Strahlung hindurch gelangt.

Sonnencreme für Baby- und Kinderhaut

Falls das Baby mit an einen Ort genommen wird, der hohen UV-Strahlungen ausgesetzt ist (zum Beispiel Ski-Urlaub in den Bergen), könnte der Kauf von ganz spezieller UV-Schutz-Bekleidung in Betracht gezogen werden. Diese Kleidung sollte mindestens einen Lichtschutzfaktor von 30, besser noch von 40 haben. Es gibt diese Kleidung mit geprüfter Qualität gemäß Prüfkriterien des UV-Standards 801 in gut sortierten Fachgeschäften. Für die Augen eignen sich spezielle Kleinkinder-Sonnenbrillen, die ein Prüfsiegel wie das CE-Zeichen oder das Zeichen UV 400 aufweisen.

Wenn es um Sonnenschutzcremes geht, sollten die Präparate mindestens LSF 30 aufweisen. Hellhäutige Kinder, die dem Hauttyp 1 oder II zuzuordnen sind, profitieren am besten von einer Sonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 50. Ideal ist, wenn die Sonnencreme wasserfest ist. Zu beachten ist, dass Cremes und Lotionen für die Haut besser sind, als ein Gel oder Sonnenschutzprodukt auf Alkoholbasis. Da Babyhaut sehr empfindlich ist, sollte man auf Produkte zurückgreifen, die möglichst keine Konservierung- oder Duftstoffe beinhalten. Auch Emulgatoren gelten als Zusatzstoffe, die zu allergischen Reaktionen führen können. Wer die Wahl hat, greift im Idealfall zu einem Produkt mit mineralischen Ingredienzien und verzichtet ganz auf chemische Zusatzstoffe.

Sonnencreme sollte sehr großzügig auf die Kinderhaut aufgetragen werden. Hier gilt ausnahmsweise das Prinzip „viel hilft viel”. Den besten Schutz erreicht man, wenn man die Creme nicht zu stark einreibt, sondern als dünnen Film auf der Haut lässt. Selbst wenn sich die Kinder im Schatten aufhalten, sollte die Haut mit Sonnencreme versorgt sein. Spielt das Kind mit Wasser oder schwitzt es viel, ist der Sonnenschutz in regelmäßigen Abständen nachzubessern. Zur Pflege am Abend empfiehlt sich eine handelsübliche Baby-Körperlotion, die der Haut die verloren gegangene Feuchtigkeit wieder zurückgibt.

Produkte zur Vorbeugung von weißem Hautkrebs (Basaliomen)

Sonnenschutz Produkte
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Hautkrebs muss nicht sein, man kann sich mit der richtigen Kleidung, einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und durch Sonnenschirme unterschiedlichster Art wirkungsvoll vor UV Strahlen und damit vor Hautkrebs schützen. Nachfolgend einige Produkttipps.

Sonnencremes zum Schutz vor Hautkrebs

Gute Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor sind essentiell wenn Sie eine Hautschädigung mit möglicher Konsequenz weißem oder schwarzem Hautkrebs vermeiden wollen. Nachfolgend einige empfehlenswerte Sonnencremes zum Schutz Ihrer Haut vor Hautkrebs mit hohem Lichtschutzfaktor!

Sonnenschutzbekleidung und Sonnenhüte

Neben guten Sonnencremes ist zum Schutz vor schädlichen UV Strahlen bei starker Sonneneinstrahlung ebenfalls sinnvoll, Sonnenschutzbekleidung und/oder Sonnenhüte zu tragen. Nachfolgend ein paar interessante Produkte für perfekten Sonnenschutz und damit Schutz vor Hautkrebs.

Sonnenschirme zum Schutz vor Hautkrebs

Sonnenschirme eigenen sich hervorragend, sich bei starker Sonneneinstrahlung im Freien ideal vor Hautkrebs zu schützen. Gerade am Strand, wo die UV Einstrahlung durch die Reflexion des Wassers besonders hoch ist, sollte man auf Sonnenschirme nicht verzichten. Nachfolgend einige funktionelle Sonnenschirme zur Auswahl.