Cordyceps-Pilze: Deshalb sollte man sie kennen

Die geschwungene Chemie-Keule ist out, zurück zur Natur ist in. Immer mehr Menschen interessieren sich für die natürlichen Wirkungen verschiedenster Tiere und Pflanzen, die es schon seit langer Zeit – meist länger als den Menschen selbst – auf dem Planeten gibt. Eine gute Sache, denn das treibt auch die Forschung voran.

Eines dieser faszinierenden Naturmittel, das nicht nur weniger künstliche Zusatzstoffe enthält, sondern gleichzeitig auch noch eine lange und interessante Geschichte hat, ist Cordyceps sinensis. Dieser seltene Pilz ist einerseits mythenumhangen, andererseits aber auch voll von wichtigen Nährstoffen. In der asiatischen Kultur finden sich jahrhundertealte Aufzeichnungen über die Verwendung und Vorteile des Pilzes. Ein guter Grund, um einen genaueren Blick auf ihn zu werfen. 

Cordyceps sinensis: Ein ganz besonderes Naturheilmittel

Die Mykotherapie (Therapie mit Pilzen oder Pilz-Extrakten) gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Prävention von Krankheiten oder auch die Therapie sind immer wieder ein Streitthema und Menschen suchen nach verschiedensten Optionen, die über die herkömmlichen Behandlungsmethoden hinausgehen. Die Mykotherapie ist noch umstritten – allerdings nicht bei denjenigen, die sie bereits erfolgreich anwenden.

Cordyceps sinensis ist nur einer von unzähligen Pilzen, der im Zuge der Mykotherapie Anwendung findet. Die sogenannten Raupenpilze kommen vorwiegend in höheren Lagen, speziell in der Himalaya-Region vor. Noch lange bevor Europa und der Rest der Welt die positiven Wirkungen entdeckten, war Cordyceps sinensis daher in Asien sehr wertvoll – im Altertum waren sie vor allem dem Adel vorbehalten. Cordyceps-Sammler verbringen häufig viele Monate auf der Suche und leben in dieser Zeit in Zelten und mit sehr geringem Lebensstandard. 

Cordyceps und Gesundheit: Das sind die Vorteile für Menschen

Teuer und selten – eine Kombination, die eigentlich davor abschrecken sollte, in Cordyceps zu investieren. Die Tatsache, dass die Pilze trotz ihres Preises und ihrer Seltenheit so beliebt sind, gibt schon mal einen Hinweis darauf, welch einen Stellenwert sie für die Gesundheit haben können.

Dem Cordyceps Pilz wird nachgesagt, die Energieproduktion in den Zellen zu erhöhen. Dies wurde bisher allerdings nur in Mäusen untersucht. Gleichzeitig soll Sauerstoff effektiver genutzt werden. Und wenn es um Energie und Sauerstoff geht, dann sind die Vorteile für Sportler nicht weit. Neben der körperlichen Leistungssteigerung berichten viele Sportler durch die Einnahme während des Trainings von mehr geistiger Klarheit.

Auch eine Stimmungsaufhellung ist durch Cordyceps möglich. Apropos Stimmung: Schon seit Jahrhunderten wird der Pilz zur Steigerung der Libido eingesetzt. In verschiedenen Untersuchungen wurde aufgezeigt, dass Männer und Frauen ein gesteigertes Interesse an Sex hatten, wenn sie Cordyceps einnahmen. 

Zu guter Letzt soll Cordyceps auch das Immunsystem stärken. Weitere Forschung auf diesem Gebiet ist notwendig, doch es wird bereits über die positiven Effekte diskutiert, die die Pilze auf Tumortherapien haben könnten. Allerdings gilt natürlich: Bei schweren Krankheiten sollte die Einnahme stets mit dem Facharzt abgeklärt werden. 

Inhaltstoffe und Verzehrempfehlungen

Wie die meisten für Mykotherapie eingesetzten Pilze enthält auch Cordyceps gleich einen ganzen Haufen an positiven Inhaltsstoffen. Einige davon sind Ophicordin, Galactomannan, L-Tryptophan und D-Mannitol. In Europa kann man den Pilz praktisch nicht in seiner natürlichen Form erhalten, sondern muss auf Kapseln zurückgreifen. 

Anbieter, die die praktischen Kapseln vertreiben, geben oft eine Verzehrempfehlung in der Packungsbeilage an. Diese sollte man genau lesen. Darin wird auch stehen, dass es keine sofortige Wirkung geben wird – Naturheilstoffe brauchen ihre Zeit, um die Wirkung voll zu entfalten. Gleichzeitig sollte davon abgesehen werden, Cordyceps am Abend einzunehmen, da das angesprochene Aufhellen der Stimmung sonst zu Schlafproblemen führen könnte. Übrigens: Cordyceps sinensis hat noch einige Verwandte (wie Cordyceps militaris) mit ähnlichen aber nicht identischen Wirkungen.