Leistenbruch? So verhalten Sie sich richtig

Leistenbruch
Bei Verdacht auf einen Leistenbruch sollte immer ein Arzt aufgesucht werden

Der 48-jährige Michael M. bemerkte auf einmal eine leichte Schwellung in der Leistengegend, die so groß wie ein halbes Hühnerei war. Da er kaum Beschwerden und nur selten Schmerzen hatte, ging er erst 1,5 Jahre später zum Arzt. Er hatte Glück, denn der Leistenbruch war noch nicht so groß, dass viel Darm ausgetreten wäre und zu gefährlichen Komplikationen geführt hätte. Um das Risiko zu vermindern, dass sich ausgetretene Darmschlingen abklemmen, sollten Sie bei Verdacht auf Leistenbruch gleich Ihren Hausarzt oder einen Viszeralchirurgen aufsuchen.

Wann besteht Verdacht auf Leistenbruch?

Nicht nur Schwellungen und Ausstülpungen in der Leistengegend, sondern auch Schmerzen beim Heben können Symptome eines Leistenbruchs sein. Manchmal verstärken sich die Beschwerden auch bei Druck auf der betroffenen Seite, zum Beispiel beim Husten oder beim Stuhlgang, oder strahlen bis in den Hodensack aus. Es gibt aber auch Patienten, bei denen die Beschwerden ganz ausbleiben.

Heftige Schmerzen sind Anzeichen eines chirurgischen Notfalls: Sind Teile der Eingeweide eingeklemmt, was mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen kann, sollten Sie die Notfallambulanz aufsuchen, um mögliche Komplikationen wie Entzündungen der Bauchorgane schnellstmöglich behandeln zu lassen.

Wie es weitergeht

Leistenbrüche heilen nicht von alleine ab und müssen meistens operiert werden, um Brucheinklemmungen zu vermeiden. Kontrolliertes Abwarten ist nur bei beschwerdefreien und nicht fortschreitenden Leistenbrüchen möglich.

Schonen Sie die betroffene Stelle, bis Sie einen OP-Termin haben, und heben Sie möglichst keine schweren Gegenstände, meiden Sie belastungsintensive Sportarten und starkes Pressen auf der Toilette oder beim Husten. Eventuell empfiehlt Ihnen Ihr Arzt auch, ein Bruchband zu tragen, um die Bauchdecke zu stützen. Kühlpads helfen außerdem, den Schmerz zu betäuben.

So verhalten Sie sich am Tag der OP

Häufig sind minimalinvasive Eingriffe möglich, die mit einer raschen Wundheilung einhergehen und ambulant durchgeführt werden können.

Wenn Sie eine Vollnarkose erhalten, sollten Sie sechs Stunden vor der Gabe des Anästhetikums nichts mehr essen. Zwei Stunden vorher müssen Sie auch auf Getränke verzichten. Meiden Sie Tabakkonsum und klären Sie, welche Medikamente Sie am Tag der OP noch einnehmen können.

Sie erhalten nach dem Eingriff spezielle Medikamente gegen den Wundschmerz und können nach einigen Stunden wieder essen und trinken. Am nächsten Tag dürfen Sie meist wieder nach Hause gehen.

Die ersten Wochen nach der OP

In den ersten Wochen nach dem Eingriff ist es ratsam, auf schwere körperliche Arbeit und Belastungen in der Leistengegend zu verzichten. Wie lange Sie sich schonen sollten, klären Sie am besten mit Ihrem Arzt. Je nach Wunde kann die Heilungsdauer variieren.

Manche Wunden können schon nach drei Tagen abgewaschen werden. Nach einer bis zwei Wochen können die meisten Patienten ihrem Beruf wieder nachgehen, je nach Tätigkeit kann die Arbeitsunfähigkeit aber auch vier Wochen dauern. Welche weiteren Verhaltensmaßnahmen zu beachten sind, besprechen Sie am besten in der chirurgischen Praxis.

Autor: Dr. med. Christian Wit

Dr. Wit leitet gemeinsam mit Dr. Sezgin das Medizinische Versorgungszentrum, Chirurgicum in Berlin, das Leistungen im Gebiet der Allgemein-, der speziellen Viszeral-, der Gefäß-, der Unfall- und der endokrinen Chirurgie anbietet. Er ist Mitglied in vier Fachgesellschaften und legt viel Wert auf eine persönliche Betreuung aus einer Hand.

Leistenbruch? So verhalten Sie sich richtig

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