Heizdecken – bei welchen Erkrankungen können sie helfen?

Heizdecke
Eine Heizdecke lindert nicht nur Rückenschmerzen, sie tut auch gut an kalten Tagen

Heizdecken sind eine angenehme Angelegenheit, nicht nur im Winter. Sie ermöglichen es, in einem gut durchlüfteten Raum mit eher niedriger Temperatur zu schlafen, ohne zu frieren. Aber darüber hinaus haben die Decken auch noch gesundheitlichen Nutzen. Sie können beispielsweise bei Verspannungen und Krämpfen die Muskulatur lockern, die Wärme vertreibt trübe Gedanken und schlechte Laune, kann also bei Neurodermitis auch das Hautbild leicht bessern. Aber das ist längst nicht alles. Wie Heizdecken medizinisch-therapeutisch sinnvoll eingesetzt werden, wissen die wenigsten Menschen.

Wärme als Hausmittel bei kleineren Wehwehchen

Wer Schmerzen hat, muss nicht sofort zur Tablette greifen. Wärme lindert nicht nur bei Rückenschmerz die Beschwerden, sondern kommt traditionell auch bei anderen Leiden zur Anwendung:

  • Arthritis: Die Wärme der Heizdecke lockert die Muskulatur und sorgt für eine bessere Durchblutung, die Steifheit verschwindet aus Gelenken und Muskulatur. Das wirkt wiederum schmerzlindernd.
  • Verdauungsbeschwerden: Wer unter übermäßiger Gasbildung im unteren Verdauungstrakt leidet, von Blähungen und Flatulenzen geplagt wird, profitiert ebenfalls von der Heizdecke. Die Wärme entspannt die Muskulatur im gesamten Rumpf, wodurch sich Winde lösen und leichter abgehen können, der Schmerz lässt nach.
  • Rückenschmerzen: Die meisten Rückenschmerzen sind Verspannungsschmerzen. Überbeanspruchte oder falsch beanspruchte Muskulatur verkrampft, verspannt sich, und das tut weh. Die Wärme der Heizdecke sorgt dafür, dass die Muskeln wieder locker werden und die Schmerzen nachlassen. Insbesondere Menschen, die täglich viele Stunden im Sitzen arbeiten, profitieren von der Wärme der Heizdecke.
  • Sportverletzungen: Gelenkdistorsionen und Muskelzerrungen werden häufig mit Wärme behandelt. Hier darf in minder schweren Fällen auch zu Hause ohne Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin eine Heizdecke zum Einsatz kommen. Allerdings sollte bei länger anhaltenden Schmerzen grundsätzlich fachmedizinischer Rat eingeholt werden.
  • Menstruationsbeschwerden: Die stechenden Schmerzen während der Menstruation werden durch Krämpfe in der Gebärmutter ausgelöst. Die Wärme der Heizdecke entspannt die Muskulatur zwar nicht komplett, aber doch so weit, dass der Schmerz nachlässt.
  • Wachstumsschmerzen: Kinder im Wachstum leiden häufiger unter nicht-spezifischen Schmerzen, insbesondere in den Beinen und Füßen. Diese werden vermutlich durch Wachstumsschübe ausgelöst: Während die Knochen schnell wachsen, werden Muskulatur und Sehnen nicht schnell genug vergrößert, so dass es insbesondere nach sportlicher Belastung (Schulsport beispielsweise) zu Schmerzen in den stark gedehnten Muskeln und Sehnen kommt. Hier hilft Wärme im akuten Fall, die überdehnte Muskulatur zu lockern.

Heizdecken insbesondere für Allergiker/-innen?

Manchmal wird das Argument angebracht, Heizdecken würden Bettwanzen wenig Lebensraum bieten und seien daher für Allergiker und Allergikerinnen von Vorteil. Die Bettwanzen-Populationen sollen unter dem Einsatz von Heizdecken um 50 % zurückgegangen sein, wollen internationale Studien herausgefunden haben. Was Allergiker/-innen aber zu schaffen macht, sind im Bereich von Bett und Schlafzimmer häufig nicht die bissigen kleinen Bettwanzen, sondern die im Hausstaub und auch in allen textilen Bezügen lebenden Milben. Deren Exkremente lösen die als Hausstauballergie bekannten allergischen Reaktionen aus. Da auch Heizdecken nicht ohne textile Bezüge auskommen, ist der Nutzen hier anzuzweifeln. Erst mit einem speziellen Bettbezug für Allergiker/-innen, der zudem regelmäßig bei höheren Temperaturen gewaschen werden kann, wird Bettzeug auch für Hausstauballergiker/-innen halbwegs sicher. Diese Überzüge gibt es auch für normale Bettdecken ohne Heizfunktion.

Unterstützend zu ärztlich verordneten Therapien

Wärmetherapien kommen bei unterschiedlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates zum Einsatz. Wer eine ärztlich verordnete Wärmetherapie, beispielsweise verbunden mit Krankengymnastik, Massagen oder Infrarot-Behandlungen absolviert, kann von der Wärme einer Heizdecke ebenfalls profitieren. Allerdings sollte eine unterstützende Wärmebehandlung zu Hause immer mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin abgesprochen sein. Heizdecken wärmen zwar nur sanft, aber in manchen Fällen kann kontinuierliche Wärme kontraproduktiv sein.

Es gibt auch gesundheitliche Bedenken

Dass eine Heizdecke kein Allheilmittel ist, dürfte klar sein. Trotzdem gibt es weit mehr Stimmen zum gesundheitlichen und therapeutischen Nutzen von Heizdecken als solche, die auf die Gefahren aufmerksam machen. Obwohl es technisch möglich ist, strahlungsarme und -freie Heizdecken zu produzieren, weisen Testergebnisse darauf hin, dass die meisten Produkte die zulässigen Grenzwerte der Elektrosmogverordnung weit überschreiten. Diese Verordnung wird auf Hochspannungsleitungen, Bahntrassen und Transformatorenhäuser angewandt. Anlagen also, von denen man im Normalfall recht viel Abstand hält. Die Heizdecke dagegen liegt direkt auf dem Körper. Dazu kommen chemische Dämpfe, die die Decken unter Wärme, also in eingeschaltetem Zustand, ausdampfen.

Ein weiterer, von Ärzten häufig geäußerter Kritikpunkt: Heizdecken werden von den Herstellern oft zur Linderung von rheumatischen Beschwerden empfohlen. Dabei verschlimmert Wärme Entzündungen, auch wenn das kurzfristige Schmerzempfinden nicht mehr so stark ist.

Heizdecken – bei welchen Erkrankungen können sie helfen?

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